Werbung

Zahl der nachgewiesenen Behandlungsfehler 2012 nicht gesunken

16.05.2013

 Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK ) hat die aktuellen Zahlen zu Behandlungsfehlern für 2012 veröffentlicht. Aus den Erhebungen geht hervor, dass sich jeder dritte gemeldete Verdachtsfall tatsächlich als Behandlungsfehler entpuppt. Die Zahlen seien gegenüber dem Vorjahr kaum gesunken. Die Quote der bestätigten Fälle liegt in Berlin und Brandenburg bundesweit am höchsten und beträgt knapp 40 Prozent.

Die meisten Fälle kommen im Bereich Zahnmedizin, der Gynäkologie sowie in der Pflege vor. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz nimmt eine hohe Dunkelziffer an. Auch das Bundesgesundheitsministerium nennt offiziell eine Zahl von 170 000 angenommenen Behandlungsfehlern pro Jahr in Deutschland.           

Seit Februar 2013 ist das neue Patientenrechtegesetz in Kraft getreten. Dieses hat die Beweislast bei vermuteten Behandlungsfehlern zugunsten der Patienten umgekehrt. Wenn bei einem Rechtsstreit ein entscheidender Nachweis als Beweismittel des Arztes fehlt, wird laut Gesetz nun grundsätzlich zu Lasten des Arztes angenommen, dass die betreffende Behandlung nicht erfolgt ist.

Patienten können zudem jederzeit ihr Recht auf Akteneinsicht in die vollständige Patientenakte ausüben und Kopien anfertigen. Das gilt auch für Akten in elektronischer Form.

Hilfe, Beratung und Unterstützung bei vermuteten Behandlungsfehlern gibt die Unabhängige Patientenberatung UPD unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/0117722

Die Unabhängige Patientenberatung ( UPD ) ist von Sozial- und Patientenverbänden sowie der Verbraucherzentrale gegründete Institution, die neutral, unabhängig und kostenfrei die Versicherten zu Fragen des Gesundheitswesens berät.
 
Das bundesweite Beratungstelefon ist kostenlos im Festnetz erreichbar  unter: 



0800 / 0 11 77 22 (Deutsch)

0800 / 0 11 77 23 (Türkisch)


0800 / 0 11 77 24 (Russisch)

 


Linktipp: Interview mit Bertram Lingnau von der Unabhängigen Patientenberatung