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Wirkungslose Antibiotika - Wie gefährlich sind multiresistente Super-Erreger?

27.05.2016

In den USA ist ein multiresistenter Super-Erreger entdeckt worden

 

 

 

 

 

 

 Foto: (c) fotolia.com / royaltystockphoto

 

Schon seit Jahren befürchteten Medizinexperten den Tag X in der Behandlung bakteriell bedingter Erkrankungen, an dem ein Erreger mit keinem einzigen der vorhandenen Reserve-Antibiotika zu bekämpfen ist. Nun ist die Humanmedizin zum ersten Mal genau jenem Typ multiresistentem „Super-Erreger“, der sich als unempfindlich gegen alle derzeit bekannten Therapie erweist,  begegnet.

Antibiotika machtlos gegen multiresistente Keime

Die betroffene Patientin wurde mit einem Harnwegsinfekt in einer US-amerikanischen Klinik in Pennsylvania mit 15 verschiedenen Antibiotika behandelt, unter anderem auch mit dem stärksten Reserveantibiotikum Colistin. Keines davon schlug jedoch an. Über den Fall wurde im wissenschaftlichen Fachmagazin "Antimicrobial Agents and Chemotherapy" berichtet und die besorgniserregenden Ergebnisse auch von der Seuchenschutzbehörde der USA bestätigt. Eine ausländische Quelle für die Infektion komme nicht in Frage, so die Forscher, weil die Patientin in den Monaten vor der Infektion das Land nicht verlassen habe.

Evolution schuf neues Gen bei Bakterien

Verursacht wird die Resistenz durch ein neues Gen mit dem Namen MCR-1, welches zuallererst bei chinesischen Schweinen festgestellt worden war. Forscher befürchten nun die rasche Ausbreitung dieses gefährlichen Erbgutbestandteiles. Laut WHO droht der Menscheit nun tatsächlich die Rückkehr von Zeiten, wo normale bakterielle Infektionen tödlich verlaufen können. Im Zusammenhang mit diesen Entwicklungen wurden bereits  Forderungen laut, die Verwendung von Antibiotika in der Landwirtschaft weltweit einzuschränken. Wissenschaftler halten außerdem eine Verstärkung der Überwachung von Resistenzfällen und eine vermehrte Entwicklung neuer Antibiotika für notwendig.


Quelle: Spiegel online