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Pandemie

Wie teuer werden Corona-Massentests? Krankenkassen nennen konkrete Zahl

Millionen obligatorischer Test kosten Milliarden
veröffentlicht am 02.06.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Corona Tests finanzierenCorona Tests finanzieren
Circa 4,5 Millionen Corona-Tests pro Woche sind durch die neue Verordnung von Gesundheitsminister Spahn zu erwarten. Für die Krankenkassen wird das teuer. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise haben diese nun eine konkrete Zahl für möglichen Beitragssanstieg genannt.

2020-06-02T17:48:00+02:00
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Im Zusammenhang mit den zu erwartenden Mehrausgaben von geschätzten 7,6 Milliarden Euro für die massenhaften Corona-Tests gibt es seit Wochen einen Finanzierungsstreit.

Pro Test mehr als 50 Euro

Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) forderten die Kassen eine vollständige Kostenübernahme durch den Bundeshaushalt und eine Herabsetzung des vom Bundesgesundheitsministeriums festgelegten Vergütungssatzes von 52,50 Euro pro Test für die Labore. Wie das Redaktionsnetzwerk weiter mitteilte, habe der GKV-Spitzenverband in einer Stellungnahme eine mögliche Beitragserhöhungen mit 0,8 Prozent beziffert.

Sollten sich diese Mehrbelastung die Versicherten mit den Arbeitgebern je zur Hälfte teilen, bliebe immerhin ein Anstieg von 0,4 Prozent für beide Seiten. Für einen Durchschnittsverdiener wären das immerhin 16 Euro mehr Krankenkassenbeitrag im Monat.

Obligatorische Tests in Kliniken, Pflegeheimen, Kitas und Schulen

Durch das Pandemiegesetz vom 27. März 2020 ist der Gesundheitsminister ermächtigt, Rechtsverordnungen unter Umgehung der Legislative durchzusetzen. Am 20. Juni habe Spahn im zuständigen hauseigenen Ressort seines Ministeriums bereits den Entwurf für die Verordnung der Massentests zur Abstimmung eingereicht. Dieser sehe „systematische Corona-Tests in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen“ vor, „um die Epidemie weiter einzudämmen“.

 

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