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Volksabstimmung in der Schweiz: Schwangerschaftsabbrüche weiter von Krankenkassen bezahlt

11.02.2014


Schwangerschaftsabbrüche werden im Nachbarland Schweiz weiterhin von den öffentlichen Krankenkassen übernommen. Eine von Abtreibungsgegnern aus dem christlich-konservativen Lager  auf den Weg gebrachte Volksinitiative, die legale Abbrüche aus dem Leistungskatalog herausnehmen wollte, ist mit deutlichen Mehrheiten gescheitert.

Insgesamt lehnten sieben von zehn befragten Schweizer Bürgern die Gesetzesvorlage ab.  lediglich in einem einzigen Kanton gab es eine hauchdünne Mehrheit von 50,9 Prozent, die die Initiative mit ihrer Stimme unterstützten.

Der ärztliche Abbruch einer Schwangerschaft bleibt also vorerst in der Schweiz genau wie in Deutschland zwölf Wochen legal und wird wie in Europa üblich als medizinische Leistung von den Krankenkassen übernommen.
Die Abtreibungsgegner, die im übrigen nationalökonomische Argumente für ihr politisches Vorhaben ins Feld führen,  können nun mit einer Unterschriftensammlung eine weitere Initiative starten und eine erneute Abstimmung durchsetzen.  

In der Schweiz lassen von 1000 Frauen pro Jahr nur etwa 7 einen Abbruch durchführen. In Dänemark sind es doppelt und in Schweden sogar drei mal so viele. In der vergangenen Woche machte die Schweiz Schlagzeilen wegen einer gewonnen Volksabstimmung zur Zuwanderungsbegrenzung.

Schwangerschaftsabbrüche in Europa im Vergleich

Grafik: NZZ  Statistische Quellen: Schweizer Bundesamt für Statistik BFS