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Versichertenentlastungsgesetz: 2019 sinken Zusatzbeitrag und Mindestbemessung für Selbstständige

veröffentlicht am 06.06.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de
Die Bundesregierung hat das von Minister Jens Spahn (CDU) eingebrachte Versichertenentlastungsgesetz beschlossen. Zum 1. Januar 2019 werden die Zusatzbeiträge der Krankenkassen zu gleichen Teilen zwischen Arbeitgebern und Versicherten getragen.
2018-06-06T11:21:00+00:00
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Parität beim GKV-Zusatzbeitrag 2019

Die Bundesregierung hat das von Minister Jens Spahn (CDU) eingebrachte Versichertenentlastungsgesetz beschlossen. Zum 1. Januar 2019 werden die Zusatzbeiträge der Krankenkassen zu gleichen Teilen zwischen Arbeitgebern und Versicherten getragen. Weitere Änderungen betreffen Selbstständige, Zeitsoldaten und die Krankenkassen selbst. Insgesamt ist von einer Entlastung von acht Milliarden Euro die Rede.

Sozialverband VdK: Versichertenentlastungsgesetz eine gute Nachricht

Krankenkassen und Sozialverbände begrüßten das neue Gesetz. Die Rückkehr zur paritätische Finanzierung sei „eine gute Nachricht“,mit der „langjährige Forderung des VdK umgesetzt“ werde, so Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland. Der Verband der Ersatzkassen kommentierte, es sei positiv, dass „die Kosten für den medizinischen Fortschritt nicht mehr allein von den Versicherten zu tragen sind“.
Teilkritik kam von der AOK. Deren Bundesverbandschef Martin Litsch äußerte sich gegen die im Gesetz ebenfalls beschlossene Abschaffung der "obligatorischen Anschlussversicherung". Es könne sicht sein, so  Litsch, dass hilfsbedürftige Menschen als ,Zombies‘ und ,Karteileichen‘ diffamiert werden.

Herbe Kritik an Bundesregierung von Arbeitgebern 

Deutliche Kritik auch von den Arbeitgebern: Deren Dachverband BdA bezeichnete die Rückkehr zur Parität als „Ammenmärchen“ und das Gesetz als „herben Tiefschlag für Wettbewerb, Wachstum und Beschäftigung“ sowie als  „eine der größten sozialpolitischen Sünden dieser Bundesregierung“. Aus Sicht der Arbeitgeber trügen die Unternehmen bereits jetzt mehr als die Hälfte der Krankheitskosten, denn die Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ( Umlage U1 ) seien in den Paritätsrechnungen nicht mit einbezogen.

Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer und Rentner sinkt

Durch die Parität  wird der Zusatzbeitrag der einzelnen Krankenkassen ab Januar 2019 für die beschäftigten Arbeitnehmer und Rentner deutlich sinken. Denn die Arbeitgeber und die Rentenversicherung bezahlen ab dann nicht mehr nur einheitlich einen gedeckelten Anteil von 7,3 Prozent, sonden genau die Hälfte des Gesamtbeitrags. Wer also heute noch einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich einem ganzen Prozent allein von seinem Bruttoeinkommen an die Krankenkasse abführt, braucht ab kommendem Jahr nur noch einen Aufschlag von 0,5 Prozent zusätzlich zum allgemeinen Beitrag abzuführen.

Kleine Selbstständige können aufatmen

Am deutlichsten fällt die Entlastung wohl für kleinere Selbstständige mit nur geringem Umsatz aus. Diese Versichertengruppe war bislang überdurchschnittlich belastet, weil für die Berechnung ihres Beitrags ein Mindesteinkommen von 2283,50 Euro galt, egal wie viel wirklich verdient wurde. Monatsbeiträge von mehr als 350 Euro allein für die Krankenkasse waren für nicht wenige Selbstständige das Aus, oder es sammelten sich enorme Beitragsschulden an. Durch die Halbierung des Mindesteinkommens zahlen Selbstständige ab 2019 nur noch circa 170 Euro als Mindestbeitrag.   

 

weitere Infos: Versichertenentlastungsgesetz.de 

   

Foto: (c) fotolia.de / kamasigns 

 

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