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Versicherte mit niedergelassenen Kassenärzten insgesamt zufrieden

05.09.2016

 Versichertenbefragung Ärzte

Foto: berwis  / pixelio.de |

Gesetzlich Versicherte sind mit ihren Ärzten und Psychotherapeuten zufrieden, das meldet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als ein Ergebnis ihrer diesjährigen Befragung. Die Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV hätte zudem ergeben, dass Patienten kaum Kritik gegenüber den bestehenden Wartezeiten für einen Praxistermin üben.

Hohe Zufriedenheit mit Fachkompetenz und Wartezeiten

Die Forschungsgruppe Wahlen führt im Auftrag der KBV seit zehn Jahren die repräsentativen Versichertenbefragungen durch. Für die aktuelle Umfrage wurden bundesweit über 6.000 zufällig ausgewählte Personen befragt. „Die Ergebnisse bezeugen das hervorragende Vertrauensverhältnis der Patienten zu ihren niedergelassenen Ärzten und zeigen erneut, wie zufrieden die Bürger insgesamt mit der ambulanten Versorgung sind“, erklärt Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Dem Befragungsergebnis zufolge hätten 91 Prozent der gesetzlich Versicherten ein „gutes“ bis „sehr gutes“ Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt, 93 Prozent beurteilen die Fachkompetenz, 96 Prozent die Freundlichkeit und 92 Prozent die Verständlichkeit der Erklärungen als „gut“ bis „sehr gut“. Gerne würden Teile der Politik das Bild zeichnen, dass die ambulante Versorgung im Argen liege und alles schlecht sei. „Gegen diesen Populismus setzen wir Fakten: Die repräsentative Umfrage zeigt seit nunmehr einem Jahrzehnt sehr hohe Zufriedenheitswerte“, sagt der KBV-Vorsitzender Gassen.

Nur zehn Prozent der Befragten beurteilt die Wartezeit auf einen Termin als zu lang. Für 41 Prozent hat es nicht zu lange gedauert und für 47 Prozent stellt sich diese Frage überhaupt nicht, da sie keine Wartezeit hatten: Sie wurden entweder sofort angenommen (31 Prozent), kamen ohne Voranmeldung (14 Prozent) oder besuchten eine Praxis, die keine Termine vergibt (2 Prozent).

Termin-Servicestellen und ärztlicher Bereitschaftsdienst kaum bekannt

Die aktuelle Umfrage ergab zudem, dass nur 35 Prozent der befragten, gesetzlich Versicherten eine deutliche Verkürzung der Wartezeiten durch Termin-Servicestellen wahrnehmen. Bereits in der 100-Tage-Bilanz stellte die KBV fest, dass die Servicestellen nicht gebraucht werden, da lediglich 19.500 Facharzttermine darüber vermittelt wurden. „Im Vergleich zu den jährlich mehr als 550 Millionen Behandlungsfällen und über einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten im ambulanten Sektor ist diese Anzahl sehr gering und beweist erneut, dass wir – objektiv betrachtet – insgesamt geringe Wartezeiten in Deutschland haben“, resümierte Dr. Andreas Gassen bereits im Mai 2016.

Die aktuelle Umfrage zeige weiter, dass 68 Prozent der Befragten von den Servicestellen gehört haben, dies jedoch vor allem ältere Versicherte seien. In der Altersgruppe der 70 – 79-Jährigen hätten 86 Prozent von Termin-Servicestellen gehört, im Vergleich seien diese aber nur 35 Prozent der 18 – 29-Jährigen bekannt.

Einen ähnlichen Zustand stellt der KBV-Chef beim ärztlichen Bereitschaftsdienst fest. Lediglich knapp die Hälfte der Interviewten hatte schon einmal davon gehört. Nur wenige kannten die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117. „Viele nutzen daher die Notfallambulanz auch wenn kein echter Notfall vorliegt. Hier müssen wir noch besser aufklären“, erklärt Gassen.

„Die Ergebnisse der Studien geben seit Jahren einen umfangreichen Einblick in die ambulanten Versorgungsstrukturen in Deutschland“ sagt Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften der Charité Berlin. „Die Zufriedenheit mit der ärztlichen und psychotherapeutischen Betreuung ist demnach ungebrochen.“