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Verdacht auf Manipulation von Krankenstatistiken durch die Kassen

03.09.2013 Nicht nur einzelne Ärzte und Krankenhäuser praktizieren immer wieder Abrechnungsbetrug durch die Fälschung von Gesundheitsdaten, sondern offenbar auch die Krankenkassen selbst. Diesen unangenehmen Schluss lassen Angaben des Bundesversicherunsamtes ( BVA ) zu.

Demnach seien bei 59 Krankenkassen statistische Auffälligkeiten aufgetreten, die den Verdacht auf Manipulation von Krankheitsdaten nahelegen. Zumindest hatte ein Journalist der Rheinischen Post dies so interpretiert und einen entsprechend kritischen Artikel veröffentlicht, der hohe Wellen schlug. Bei Überprüfungen durch die Aufsichtsbehörde hätten die Sachbearbeiter auffällige Zahlen bei der Häufigkeit von bestimmten Krankheiten gefunden und forderten die betreffenden Kassen zu Stellungnahmen auf. Die Kassen reagierten bislang noch nicht auf die Anfragen.

Der Spitzenverband der Krankenkassen hat mittlerweile eine Gegendarstellung veröffentlicht und darauf hingewiesen, dass eine statistische Abweichung noch nicht als Beweis für Manipulation anzusehen sei.
 
Ein besonders drastischer Fall statistischer Auffälligkeit war der gemeldete Anstieg von Herzinfarktpatienten um 280 Prozent innerhalb eines Jahres durch eine Betriebskrankenkasse. Dieser Wert viel mehr als drei mal so hoch aus wie im Kassendurchschnitt. Eine weitere Kasse gab eine Steigerungsrate bei Hautgeschwüren um über 30 Prozent an. Hier lag der Durchschnittswert aller Kassen gerade mal bei 1,5 Prozent.