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Alternativmedizin

Verbot oder Wahlfreiheit? Groko uneins in ihrer Haltung zur Kassenleistung Homöopathie

Union kontert gegen Lauterbachs Verbotsphantasien
veröffentlicht am 05.07.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Prof. Karl Lauterbach (SPD)Prof. Karl Lauterbach (SPD)SPD / Prof. Karl Lauterbach
Der SPD-Gesundheitsexperte und Vizevorsitzender der Bundestagsfraktion Prof. Karl Lauterbach will Homöopathie als Kassenleistung wieder verbieten. Lauterbach äußerte gegenüber Journalisten, dass er in der GroKo „darüber reden“ wolle, den gesetzlichen Krankenkassen die Kostenerstattung für Homöopathie zu untersagen.

2019-07-05T11:49:00+00:00
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Beispiel Frankreich aktuell

Die Erstattung von Homöopathie als Marketingmaßnahme sei „im Sinne der Vernunft und der Aufklärung sowie des Patientenschutzes“ falsch, so der langjährige  SPD-Abgeordnete und Mediziner.

Bei seiner Initiative orientiert sich Lauterbach offenbar am Nachbarland Frankreich, wo die Gesundheitsbehörden gerade offiziell die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel dementierten und ein Einstellen der Kostenerstattung befürworteten.


Welche Krankenkassen bezahlen Homöopathie? >>> Krankenkassentest


Kein "Kreuzzug" gegen Naturheilverfahren

Die Unionsparteien stellten sich deutlich quer gegen Lauterbachs Offensive. Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Maag nannte es falsch, die freiwilligen Leistungen der Krankenkassen einzuschränken. Die Patienten sollten weiterhin die Freiheit haben, selbst zu entscheiden. Die Christdemokraten wollten „keinen Kreuzzug gegen Heilpraktiker und Naturheilverfahren“ führen, so Maag gegenüber Pressevertretern.

Rückenwind vom G-BA für Lauterbach

Unterstützung erhielt Lauterbach hingegen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Dessen Vorsitzender Josef Hecken äußerte die Meinung, man solle Behandlungsmethoden ohne eindeutigen Wirksamkeits- und Nutzennachweis nicht dadurch adeln, „dass sie von Kassen als Satzungsleistungen bezahlt werden“.

 

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