Werbung

Urteil zu Krankenkassen: Keine Kostenübernahme für Perücken bei Männern

05.05.2015  Auch wenn die siebziger Jahre lange her sind und ein kahler Kopf nicht mehr als Schönheitmakel gilt, gibt es Männer, die nicht zu einer Glatze stehen können und ihr kahles Haupt lieber unter einer Perücke verstecken. Das ist ihr gutes Recht, aber eben auch ein kostspieliges Unterfangen, denn eine Qualitätsperücke ist nicht nter 500 Euro zu haben.


Natürliche Glatze ist keine Krankheit

Das Bundessozialgericht in Kassel hat nun in einem Musterurteil über die Kostenübernahme der Krankenkassen bei männlichen Versicherten entschieden. Die Sozialrichter urteilten, dass der Verlust des Kopfhaares bei Männern weder als Krankheit noch als Behinderung im Sinne des Sozialgesetzbuches anzusehen ist.  Das subjektive leidvolle Empfinden des Haarverlustes sei nicht hinreichend. Damit entfällt jegliches Recht auf Kostenübernahme bei natürlichen Haarausfall, wie er gerade bei Männern häufig auftritt.

Im Einzelfall Kostenerstattung für Männer möglich

Ein 76-jähriger Mann aus Rheinland-Pfalz hatte in der Vergangenheit mehrfach eine Perücke von seiner Krankenkasse genehmigt bekommen. Seit seinem 45. Lebensjahr hatte er seinen Haarwuchs vollständig eingebüßt. Als die Zustimmung zu einem neuen Antrag 2011 nicht mehr gegeben wurde, verklagte er die Kasse und verlor nun auch in höchster Instanz. Ohne vorherige Verordnung oder eine Arztkonsultation hatte er auf eigene Rechung eine Perücke für 820 Euro erstanden. Die Sozialrichter stellten gleichzeitig klar, dass das Urteil kein grundsätzlicher Ausschluss einer Kostenübernahme für Männerperücken darstellt.

 

Foto: duxschulz / pixelio.de

 

 

Bewerten Sie uns 4,0 / 5

478 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.