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Urteil: Kein Rechtsanspruch auf PZR bei Parodontitis

06.10.2015

 Gesetzlich Versicherte Zahnpatienten, die unter einer Entzündung des Zahnfleisches (Parodontitis) leiden, haben keinerlei Rechtsanspruch auf eine professionelle Zahnreinigung.
Das geht aus einem aktuellen Urteil des  Landessozialgerichtes Baden-Württemberg hervor. Ein an Parodontitis erkrankter Kassenpatient hatte seine Krankenkasse verklagt, weil er der Meinung war, dass die zwei im Rahmen seiner Behandlung erhaltenen professionelle Zahnbehandlungen regulärer Teil der Therapie gewesen seien. Deshalb hatte er die Erstattung der Kosten von jeweils ca. 30 Euro verlangt und nach Ablehnung der Kasse dies noch auf dem Rechtsweg versucht durchzusetzen.

Professionelle Zahnreinigung  keine Kassenleistung

Das LSG argumentierte, dass es für eine derartige Auslegung keinerlei Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses bebe. Auch sei eine chronische Parodontitis nicht lebensgefährlich, woraus sich ein außerordentlicher Anspruch auf Kostenübernahme für die professionelle Zahnreinigung herleiten ließe. Die professionelle Zahnreinigung falle nach wie vor "grundsätzlich und ohne Ausnahmen in den Bereich der Eigenvorsorge", so die Richter.  

Kostenübernahme als Zusatzleistung

Auch wenn die Professionelle Zahnreinigung (PZR) nicht zum Leitungskatalog gehört, übernehmen viele Krankenkassen die Behandlung  im Rahmen einer freiwilligen Zusatzleistung ( Satzungsleistung)

 


Krankenkassentest: Professionelle Zahnreinigung - Welche Kasse zahlt? 

Foto: Fotolia.com / Kzenon