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„Überflüssig und zu teuer“ – Arzneimittelreport der Barmer GEK 2014 kritisiert Scheininnovationen

28.05.2014 Die Barmer GEK hat zum fünften mal einen kritischen wissenschaftlich Bericht zur Medikamenten-Verordnung erstellt und veröffentlicht. Laut dem Arzneimittelreport 2014 werden von den Kassen nach wie vor Milliardensummen für zu teure Medikamente ohne echten zusätzlichen medizinischen Nutzen ausgegeben. Der Anteil dieser teuren und überflüssigen 'Scheininnovationen' falle mit 20 bis 30 Prozent aller Verordnungen sehr hoch aus, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker. Wenn anstelle dieser neuen und teuren Patentmedikamente preiswerte Generika verordnet werden dürften, könnten die Kassen mehrere Milliarden Euro einsparen, so Schlenker weiter.

Preisanstieg nach Senkung der Zwangsrabatte

Für das laufende Jahr prognostiziert der Report hohe Steigerungen bei den Azneimittelausgaben für die gesetzlichen Krankenkassen. Bereits im ersten Quartal seien die Medikamentenkosten um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Der rasante Preisanstieg hat politische Gründe: Weil die große Koalition die gesetzlich verordneten Zwangsrabatte auf Medikamente auf fast ein Drittel geschrumpft hatte, stiegen dadurch auf der anderen Seite die Kosten bei den Krankenkassen.

Ärzte verordnen 'Scheininnovationen' in bestem Glauben an medizinischen Fortschritt

Die Autoren des Arzneimittelreports plädieren dafür, dass neue Medikamente von unabhängigen Konsortien frühzeitig geprüft und bewertet werden sollten, damit auch die Ärzte rechtzeitig wissenschaftliche Kenntnisse über den medizinischen Nutzen der Präparate erlangen könnten. Denn statistisch verordnen vier von zehn Ärzten besonders gern die neuesten Arzneimittel, weil sie glauben, damit auch dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand gerecht zu werden.