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Corona-Tests

Trotz Kritik von Kassenärzten: Lauterbach will Antigen-Schnelltests für alle

Nach Boykottdrohungen durch KBV verhandelt Ministerium mit Kassenärzten
veröffentlicht am 04.07.2022 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Wer bekommt ab Juli 2022 noch kostenlose Corona-Tests?Wer bekommt ab Juli 2022 noch kostenlose Corona-Tests?(c) pixabay / Stephan Hösl
Die Wellen schlugen hoch als am 1.Juli Kassenärzte-Chef Andreas Gassen das Ende öffentlicher Corona-Schmelltestst forderte, weil sie medizinisch „sinnfrei“ seien. Dem angedrohten Abrechnungsboykott der KBV begegnete Karl Lauterbach per twitter mit einem Machtwort: „Die Tests werden bleiben und ab heute korrekt abgerechnet“.

2022-07-04T15:29:00+02:00
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Dr. Andreas Gassen (KBV) Dr. Andreas Gassen (KBV)(c) Lopata / axentis.de
Die Kritik der Kassenärzte an der neuen Testverordnung betraf nicht nur den medizinischen Aspekt, sondern auch Aufwand und Kosten. Die Antigen-Schnelltests in öffentlichen Testzentren seien „zu teuer, der bürokratische Aufwand ist riesig und die epidemiologische Aussagekraft ist Null.“ , äußerte der Kassenärzte-Chef in der Presse. Medizinisch aussagekräftiger und daher effzienter seien nach Meinung der Kassenärzte hingegen diagnostische PCR-Tests bei Patienten mit typischen Symptomen.

Verhandlungen zwischen BMG und KBV

Das Bundesgesundheitsministerium sei nun in Vehandlungen der kassenärztlichen Bundesvereinigung um die Abrechnungsmodalitäten gegangen, ließ der Minister weiter wissen. Aus seiner Sicht seien die Tests zudem „nicht sinnfrei“, sondern sie würden dabei helfen, dass infizierte Personen „andere nicht anstecken“. Den von der KBV ebenfalls stark kritisierten bürokratischen Aufwand nannte Lauterbach „überschaubar“. Die KBV hatte zuvor öffentlich angekündigt, so genannten Bürgertests nicht länger abzurechnen, weil sie nicht verantorten könnten „Auszahlungen auf Abrechnungen zu leisten, deren Richtigkeit sie nicht ansatzweise prüfen können“.

Wer bekommt weiter kostenlose Tests ?

Seit Inkrafttreten der neuen Testverordnung am 30. Juni gibt es kostenlose Corona-Bürgertests lediglich für bestimmte Personen und Personengruppen. Wer nicht zu diesem genau benannten Kreis gehört, muss eine Testgebühr von je 3 Euro pro Test zahlen. Um kostenlos getestet zu werden, müssen sowohl ein Identitätsnachweis als auch Nachweise über die Gründe der Kostenfreiheit erbracht werden. Zumindest für die Teststationen selbst und für diejenigen Bürgerinnen und Bürger, welche die Tests kostenlos in Anspruch nehemn wollen, besteht also tatsächlich ein erheblicher bürokratischer Aufwand, der sich auch in den Abrechnungskosten niederschlagen dürfte.

Kostenfreie Corona-Tests ab Juli 2022 bekommen u.a.:
  • Kinder bis zu 5 Jahren
  • Schwangere bis zur 10. Woche
  • Personen in Quarantäne & Angehörige (Freitesten)
  • Pflegende Angehörige + angestellte Assistenten von Behinderten
  • Besucher in Pfelegehimen und Kliniken
  • Teilnehmende an Impfstoffstudien gegen Covid 19
  • Kontaktpersonen von Infizierten im gleichen Haushalt

 

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