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TK - Innovationsreport 2014: 85 Prozent aller neuen Medikamente ohne Mehrwert

09.04.2014

Von den vielen neuen Medikamenten, die Jahr für Jahr eine Marktzulassung erhalten, bringen nur die wenigsten einen nachweislichen therapeutischen Fortschritt. Viele Neuentwicklungen sind nicht einmal besonders innovativ. Das ist das Ergebnis des Innovationsreportes 2014 . Die Arzneimittel-Wirksamkeitsstudie wurde von Forschern der Uni Bremen im Auftrag der Techniker Krankenkasse unter der Leitung von Gerd Glaeske durchgeführt. 

Nur 15 Prozent der untersuchten Mittel bringen therapeutischen Fortschritt

Lediglich drei von zwanzig Wirkstoffen, die im Jahr 2011 neu verordnet wurden und in die Studie aufgenommen wurden, konnten einen „therapeutischen Fortschritt" erzielen. Zehn dieser neu zugelassenen Wirkstoffe wurden als nur begrenzt innovativ eingestuft, weiteren sieben Mitteln wurde ein medizinischer Fortschritt komplett abgesprochen. Für diese Arzneimittel bestehe kein Beweis, dass sie unter Berücksichtigung der Kosten und im Vergleich zu bereits bewährten Therapien einen nachweislichen Nutzen bringen würden und daher empfohlen werden könnten.
Der Studienleiter Gerd Glaeske gab außer dem zu Bedenken, dass ein beträchtlicher Anteil dieser fragwürdigen neuen Medikamente für Krebserkrankungen und MS eingesetzt würden und daher ausgerechnet zu den teuersten zählen.
Bereits im Jahr 2013 hatte der Innovationsreport der TK ergeben, dass neun von zehn neu entwickelten und zugelassenen Medikamenten keinen nachweislichen Mehrnutzen erbringen.

Rheuma- , MS- und Krebsmedikamente bringen die höchsten Erlöse

Die Liste der umsatzstärksten Medikamente wurde 2012 vom Rheuma-Mittel Humira ( Hersteller Abbvie ) angeführt, das bei nur knapp 18.000 ärztlichen Verordnungen bei 5000 Patienten einen Bruttoerlös von ca. 78,5 Millionen Euro erbrachte. In ähnlichen Dimensionen lagen die nachfolgenden Mittel Copaxone ( Hersteller Teva ) mit 50 Mio Euro Umsatz bei 3472 Patienten und  Enbrel ( Hersteller Pfizer ) mit ca. 48,5 Mio. Euro Umsatz bei 3447 Patienten.

 


 


zur Kurzfassung der Studie ( pdf ) --> download