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Thüringer Krankenkassen-Chefs weisen Manipulationsvorwürfe zurück

17.10.2016


Die AOK Plus hat den von TK-Chef Baas geäußerten Pauschalverdacht der Manipulation scharf zurückgewiesen. Ärzten zu unterstellen, dass sie auf Druck der Krankenkassen hin gegen Honorarzahlung die Diagnosen fälschen, sei „ein starkes Stück“, so Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus in der „Thüringer Zeitung“.  

Statements von AOK Plus, IKK Classic, Barmer GEK und DAK

Der leitende Manager der AOK in Sachsen und Thüringen betonte vehement, dass die AOK Plus  weder auf Mediziner in dieser Art eingewirkt hätte noch es tun werde. Auch die Thüringer Landessprecherin der IKK Classic schloss Manipulationen von Diagnose-Codes definitiv aus. Deratiges „Upcoding“ sei unzulässig. Der Landeschef der Barmer-GEK Schmitt wies ebenfalls derartige Vorwürfe von sich und seiner Kasse. Die DAK Gesundheit räumte ein, Ärzte bei ihren Kodierungen zu beraten, um „korrekte Indikationen“ zu gewährleisten, von denen die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds abhingen. Eine pauschale Unterstellung von manipulierten Diagnosen wies deren Pressesprecher Ost, Stefan Pötig, entscheiden zurück.

Geständnis von TK-Chef Baas löste Welle aus

Die Manipulationsvorwürfe gegen alle großen Krankenkassen sind durch TKK-Chef Jens Baas erhoben worden, der diese zugleich selbst die Techniker Krankenkasse zugab. Die Summe derartiger angeblicher Manipulationszahlungen hatte Baas auf bis zu eine Milliarde Euro beziffert. Mit den veränderten Diagnosen würden höhere Zahlungen aus dem Risiko-Struktur-Ausgleich ( Morbi-RSA) erreicht werden können, denn dieser sei nach Diagnosegruppen strukturiert. Indes hat der Vorsitzende des Ärzteverbandes Hartmannbund, Dr. Klaus Reinhardt, die Öffentlichmachung des Themas "Upcoding" durch den Vorsitzenden der Techniker Krankenkasse als „wichtig und mutig" bezeichnet.

Für das Jahr 2016 rechnete die AOK Plus mit knapp 10 Milliarden Euro aus dem RSA, die Techniker Krankenkasse als größte deutsche Krankenkasse erwartet mehr als 21 Milliaden Euro.
Laut Bundesversicherungsamt waren im Jahr 2015 Ermahnungen gegen Kassen ausgesprochen worden, die unkorrekte Diagnoseangaben getätigt hätten.

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