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Gesundheitspolitik

Therapeuten protestierten bundesweit für bessere Arbeitsbedingungen

Kreideaktion von 'Therapten am Limit' trug Forderungen auf die Straße
veröffentlicht am 27.08.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Therapeuten protestierten budnesweit mit einer KreideaktionTherapeuten protestierten budnesweit mit einer Kreideaktion(c) Angie Conscious / pixelio.de
Mit einer bundesweiten Kreideaktion haben selbstständige Angehörige verschiedener therapeutischer Berufe gegen prekäre Bedingungen und drohendes Praxensterben protestiert. In vielen Städten schrieben Physiotherapeuten, Logopäden oder Podologen in Kreidelettern Ihre Forderungen auf öffentliche Plätze oder vor Krankenkassen.    

2018-08-27T10:20:00+00:00
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"Therapeuten am Limit"

Unter dem Slogan „Therapeuten am Limit“ richtete sich dieser organisierte Protest an die Spitzen von Politik, Verbänden und Krankenkassen. Im Gegensatz zu Ärzten oder Psychotherapeuten haben die so genannten Heilmittelerbringer kein Mitbestimmungsrecht in der GKV-Selbstverwaltung. Das wirkt sich für die betreffenden Berufsgruppen negativ auf die Vertrags- und Tarifgestaltung aus. „Mit einigen Kassen sind wir direkt im Gespräch. Schnelle Lösungen werden dort allerdings nicht in Aussicht gestellt.“, sagte Volker Brünger von 'Therapeuten am Limit'.  

Protestierer sitzen nicht mit am Tisch

Mit der Protestaktion wollen die Therapeuten auf die drängenden Probleme in ihren Berufsfeldern in der Öffentlichkeit aufmerksam machen. Für Mitte September hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Vertreter der therapeutischen Berufsverbände nach Berlin eingeladen. Die Initiatoren von „Therapeuten am Limit“ sind dazu nicht eingeladen, haben aber mehr als 1.000 Protestbriefe von betroffenen Therapeuten an das Ministerium übergeben.

Spahn lehnt Sofortprogramm ab

Schon seit längerem ist die Versorgung der Patienten mit Physiotherapie, Massagen, Sprachheiltherapie oder podologischen Behandlungen kritisch. Viele ausgebildete Therapeuten wechseln in finanziell attraktivere Berufe – ein Praxensterben droht.    

Noch vor der Sommerpause hatte der CDU-Abgeordnete Dr. Roy Kühne als vertreter der Arbeitsgruppe Gesundheit seiner Fraktion ein Sofortprogramm für Therapieberufe vorgestellt. Dieses stieß beim Gesundheitsministerium auf Ablehnung. „Wir sehen dieses Programm als existenziell für die Branche.“,  so Volker Brünger von 'Therapeuten am Limit'.
 

 

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