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Telemedizin

Ärztekammer Sachsen erlaubt Fernbehandlung

Fernbehandlungsverbot deutlich gelockert
veröffentlicht am 26.06.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Fernbehandlung per digitaler Sprechstunde Bild vergrößernFernbehandlung per digitaler Sprechstunde(c) Fotolia.de / Björn Wylezich
Die Sächsische Ärztekammer hat  das Fernhandlungsverbot für Patienten in Hinsicht auf Telemedizin gelockert. Ärzte dürfen ihre Patienten dort demnächst auch ausschließlich per Internet- oder Videosprechstunde oder am Telefon beraten und betreuen.

2018-06-26T11:40:00+00:00
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Drei Bundesländer erlauben Fernbehandlung

In einem entsprechendem neuen Textpassus der ärztlichen Berufsordnung des Landes heißt es nun: „Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist im Einzelfall erlaubt, wenn dies ärztlich vertretbar ist, und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Aufklärung, Beratung und Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird.“  

Sachsen ist damit das dritte Bundesland neben Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, in welchem Ärzte ihre Patienten ausschließlich auch über Internet, Telefon oder per Videosprechstunde beraten können, ohne dass dafür zuvor eine Konsultation von Mensch zu Mensch stattfinden muss. Die neue Regelung soll nun ab September gelten.

Bejahung und auch Skepsis

Die Möglichkeit der Fernbehandlung gilt vor allem für die strukturell schwach aufgestellten ländlichen Gebiete eine Entlastung dar. Nach Angaben der Landesärztekammer könnten  mehr als der Hälfte aller Patienten mit einer reinen Online-Konsultation bereits geholfen werden. Andererseits wird die Entscheidung selbst von Seiten der Kammer nicht ohne Skepsis gesehen. So stellt die Kammer klar, dass einer  Fernbehandlung grundsätzlich Grenzen gesetzt sind, wenn „ein Arzt seiner ärztlichen Sorgfaltspflicht am Telefon oder Computer nicht nachkommen kann.“ Eine zu lösende technische Herausforderung besteht derzeit außer dem noch in der Frage, wie online ausgestellte Rezepte ihren Weg zum Patienten und in die Apotheke finden sollen.

 

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