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Studieren über 30 - studentische Krankenversicherung ?

11.03.2014

Leserfrage von Erdogan Rukiye aus NRW:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin 1981 geboren und habe 2013 mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg erlangt. Seit Oktober 2013 bin ich als Studentin eingeschrieben und muss nun im Monat ca. 160 Euro für eine freiwillige Versicherung bei der AOK aufbringen. Ich habe aber gehört, dass Menschen, die ihr Abitur auf dem 2. Bildungsweg machen, länger in der günstigen studentischen Krankenversicherung bleiben können als bis zum 30. Lebensjahr. Gibt es für mich diese Möglichkeit oder ist meine Krankenkasse im Recht, wenn Sie mir das nicht gewährt ?


Antwort:

Sehr geehrte Frau Rukiye,

Die Krankenkassen dürfen nur in Ausnahmefällen Studierenden über 30 Jahre den günstigeren Tarif der studentischen Krankenversicherung bewilligen. Die Fristen entsprechen dabei immer der Dauer des beeinträchtigenden Grundes. Das gilt beispielsweise bei

-   Krankheit oder Behinderung, Schwangerschaft und Kinderbetreuungszeiten
-   längeren Wartezeiten zur Zulassung des Studienganges
-   Wehrdienstleistenden (Zeitsoldaten) und Ersatzdienstleistenden sowie Freiwilligendienstleistenden ( FSJ, FÖJ, BFD )

Eine weitere Ausnahme gilt tatsächlich für Studierende, diewie Sie über den zweiten Bildungsweg ihren Hochschulzugang erworben haben. Die Frist für eine verlängerte Gewähr der studentischen KV entspricht dabei der Länge der Zeitdauer, die für das Nachholen des Abiturs benötigt wurde ( 2-3 Jahre ).

In Ihrem Fall besteht leider keine Möglichkeit einer Verlängerung, weil Sie Ihr Studium nach dem 30. Lebensjahr aufgenommen haben. Dies ist ein harter Ausschlussgrund und lässt auch Ihrer Krankenkasse keine Möglichkeit, im Einzelfall den Studententarif zu bewilligen.

Ein Tipp: Sparen können Sie im Jahr 2014, wenn Sie in eine Kasse wechseln, die in diesem Jahr eine Prämie an alle Mitglieder auszahlt. Die Techniker Krankenkasse beispielsweise gewährt allen Wechslern, die sich im Laufe des Jahres für eine Mitgliedschaft entscheiden, eine Prämie von 80 Euro, die im Dezember ausgezahlt wird. 

Außerdem bringt die Politik eine Krankenkassenreform auf den Weg. Ab 2015 wird es wieder unterschiedliche Beitragssätze zwischen 14,6 bis zu 16 Prozent geben. Für freiwillig Versicherte wie Sie empfiehlt es sich daher, eine möglichst günstige Kasse zu wählen, die keinen oder nur einen geringen Zusatzbeitrag erhebt. Das kann eine monatliche Ersparnis von 40 Euro ausmachen.

Im Laufe des Jahres werden die Krankenkassen ihre Beitragssätze für 2015 bekanntgeben.


Jörg Wunderlich

Fachjournalist für

krankenkassenRATGEBER.de

 

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