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Streit um rezeptpflichigte Medikamente: Kein Versandverbot für ausländische Internetapotheken

25.11.2016

Der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten nach Deutschland wird für ausländische Versandapotheken vorerst gesetzlich nicht eingeschränkt werden. Dies hat SPD-Gesundheitssprecher Lauterbach klargestellt, nachdem Apothekerverbände und Bundesgesundheitsminister Gröhe ein Verbot gefordert hatten.

Kein Verbot mit der SPD

Ein kurzfristiger Verbot als Schnellschuss „unter dem Lobbydruck der Apotheker“ sei mit der SPD nicht zu machen, stellte Lauterbach unmissverständlich in der FAZ klar.
Dafür stellte der Gesundheitsökonom eine gesetzliche Reform der Honorarmargen für die Apotheken noch vor der Bundestagswahl 2017 in Aussicht.

Karl Lauterbach brachte auch entscheidende Argumente aus Patientensicht gegen ein mögliches Verbot vor. Die Einkommensängste von Apothekern, deren Lage bei einem durchschnittlichem Jahresumsatz von 2,4 Millionen Euro „auskömmlich“ sei, sollte nicht im Vordergrund bei diesen Entscheidungen stehen. Für chronisch Kranke seien die Sparmöglichkeiten durch günstigen Versandhandel wichtig. Und in ländlichen Räumen, wo die nächste Apotheke oft mit einem weiten Weg verbunden ist, sollten nach Ansicht des SPD-Politikers möglichst viele Optionen für den Medikamentenkauf bestehen bleiben.

Deutsche Preisregelungen nicht mehr bindend

Auslöser für den Ruf nach einem Versandhandelverbot für ausländische Internetapotheken war eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes gegen deutsche Wettbewerbsbeschränkungen. Die international agierende Konkurrenz muss sich demnach nicht mehr an die deutschen Arzneimittelpreise halten und kann den deutschen Online-Kunden Rabatte gewähren. Schon kurz nach der Entscheidung hatten führende Netzapotheken Preisnachlässe für rezeptpflichtige Markenmedikamente bekannt gegeben.

 

grafik: (c) Fotolia.com / Ideeah Studio