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Steigender Zusatzbeitrag: Barmer-Chef fordert Finanzreform

05.09.2016

Barmer-Chef Straub forderte eine schnelle Reform des Morbi-RSA

(c) Thorben Wengert  / pixelio.de 

Die Barmer GEK hat von der Bundesregierung dringend eine kurzfristige Strukturreform im Finanzausgleich der Krankenkassen gefordert. Der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Christoph Straub, nannte gegenüber Pressevertretern mehrere konkrete Vorschläge, wie einzelne Kassen vor finanzieller Überforderung geschützt werden könnten.

Regionalfaktor und Risikopool

Neben dem bestehenden so genannten Morbi-RSA als zentralem Ausgleichsfonds könne man, so Straub, einen Hochrisikopool für besonders kostenintensive Fälle schaffen, wie es ihn bereits in der Vergangenheit gegeben hat. Weiterhin sollte man nach Ansicht des Barmer-Chefs mit einem Regionalfaktor der Tatsache Rechnung tragen, dass die Krankenkassen in den Ballungszentren höhere Behandlungsausgaben pro Kopf zu tragen haben. Außer dem wäre es möglich, bestimmte Hilfsgrößen bei der Berechnung von Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds zu verändern, so Straub. Zu diesen gehöre beispielsweise der Bezug einer Erwerbsminderungsrente.

Regierung sitzt Probleme eher aus 

Im Angesicht einer drohenden Eskalation bei der Höhe der Zusatzbeiträge ist zwischen den Krankenkassen und der Politik ein Streit entstanden. Während der Bundesgesundheitsminister außer einer Extra-Geldspritze für den Gesundheitsfonds aus Steuermitteln ansonsten keinerlei Handlungsbedarf für Veränderungen sieht, pochen die Kassen und deren Gremien auf Finanzreformen. So hatte die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, eine Befreiung vom Strafzins für die Rücklagen des Gesundheitsfonds gefordert. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Josef Hecken, rief nach einem Verbot von Kostenerstattungen für Homöopathie oder Anthroposophie. Barmer-Chef Christoph Straub rechnet nicht mehr mit einer wirksamen Finanzreform in dieser Legislaturperiode.