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Steigende Arzneimittelpreise: Ausgaben der Krankenkassen bei 37 Mrd. Euro

27.09.2016

Arzneimittelpreise

(c) Tim Reckmann / pixelio.de | Patentgeschütze Arzneimittel treiben den Kostendruck bei den gesetzlichen Krankenkassen weiter voran. Das geht aus dem neu erschienenen Arzneimittelreport der AOK hervor. Allein im Jahr 2015 stiegen in diesem Segment die Ausgaben nahezu um ein Zehntel an.

Rekordausgaben für Arzneimittel

Insgesamt stiegen laut Report im Kalenderjahr die Aufwendungen für Medikamentenverordnungen auf den Rekordwert 37 Milliarden Euro. Allein in den vergangenen zwei Jahren gab es hier einen Anstieg von knapp fünf Prozent.
 
Durch diese Zahlen wird deutlich, dass die von der Politik installierten Preisbremsen sich insgesamt nicht positiv auswirken können, solange neu entwickelte Medikamente immer wieder alle Preisrekorde brechen. Denn in den letzten zehn Jahren haben sich die Durchschnittspreise von patentgeschützten Medikamenten nahezu verdoppelt. Im Generika-Bereich dagegen hat es im vergangenen Jahr sogar eine leichte Ausgabensenkung gegeben. Generika sind wirkstoffgleiche Medikamente, die nach Ablauf des Patentschutzes unter anderen Handelsnamen vertrieben werden dürfen und die wesentlich günstiger zu haben sind.

Politische Instrumente greifen nicht wirksam genug

Aber auch die seit 2011 geltende Nachweispflicht des medizinischen Mehrnutzens von neu entwickelten Wirkstoffen und Arzneimitteln hat sich nicht als wirksamer Kostenstabilisator erwiesen. Seit dem die Politik regulatorisch auf die Arzneimittelpreise einwirkt wie zuletzt 2011 mit dem Arzneimittelmarktneuordnungs-gesetz (AMNOG), versuchen die Pharmahersteller im Gegenzug, durch besonders teure Neuentwicklungen die Gewinne zu steigern – mit Erfolg.