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Stärkung der Palliativmedizin – Begleitung bis in den Tod

17.06.2015

Begleitung bis in den TodFür die Versorgung Schwerstkranker und Sterbender sollen die gesetzlichen Krankenkassen künftig etwa 200 Millionen Euro zusätzlich ausgeben. So sieht es die Bundesregierung im Gesetzesentwurf für die Pallativ- und Hospizmedizin vor. Bestrebung sei beispielsweise, eine flächendeckende Versorgung durch Hospize und ambulante Pflege sicherzustellen. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin begrüßt die Reform.

Für ein Ende in Würde

Der letzte Weg des eigenen Lebens ist für die meisten Menschen beängstigend. Sich wirklich damit befassen möchte niemand. Eines ist jedoch für alle gleichsam erstrebenswert: Ein Ende in Würde. Nun berät der Bundestag einen Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Der Entwurf verspricht Verbesserungen in der stationären und auch häuslichen Pflege und will die Krankenkassen finanziell stärker einbinden.

Für viele Menschen gilt ein Hospiz als die letzte Station einer langen Reise – der Endhaltepunkt ohne Möglichkeit auf eine Wendung. Dabei soll es vor allem ein letztes zu Hause sein, ein Ort der Besinnung und Vorbereitung auf das Unausweichliche, in einer sonst von Hektik geprägten Welt.

Um diese Umgebung für die Bewohner schaffen zu können, engagieren sich derweil, neben einigen hauptamtlichen Mitarbeitern, vor allem ehrenamtliche in Hospizen. Die Gäste werden psychosozial und palliativ betreut, je nachdem, was sie brauchen. Wenn sie Schmerzen haben, bekommen sie Schmerzmittel, wenn sie Nähe brauchen, bekommen sie Nähe, bekundet Ute Borghorst, Leiterin des Hospiz in Mühlheim an der Ruhr, gegenüber Deutschlandfunk. Im ersten Kontakt mit Betroffenen und Angehörigen müsse sie oft zunächst einmal Vorurteile aus dem Weg räumen.

Mehr Geld und weniger Bürokratie für Hospize

"Wir wollen, dass sich Schwerstkranke, dass sich sterbende Menschen darauf verlassen können, bestmöglich medizinisch versorgt zu sein, nicht in Einsamkeit die letzten Tage zu verbringen“, sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, CDU.

Geplant ist eine ganze Maßnahmenreihe. Die deutschlandweit etwa 230 Kinder- und Erwachsenenhospize sollen mehr Geld bekommen. Der Tagessatz für die Sterbebegleitung je Patient wird von derzeit 198 auf 255 Euro angepasst. Zudem sollen die Krankenkassen künftig 95 statt der bisher 90 Prozent zuschussfähigen Kosten übernehmen. Die ambulanten Hospizdienste sollen ebenfalls höheren Zuschuss erhalten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bringt die Pläne auf eine kurze Formulierung:

"Vereinfacht gesprochen: Mehr Geld, eine Entbürokratisierung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Pflege, Hospiz und Palliativmedizin."

Die Krankenkassen beziffern die Kosten des Gesetzentwurfs auf 200 Millionen Euro pro Jahr. Nicht alle Probleme könnten damit gelöst werden, räumt Lauterbach ein. Aber ein erster wichtiger Schritt sei getan.

Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de