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Stadt Essen prüft Gesundheitskarte für Flüchtlinge

16.09.2015

Nachdem das Bundesland NRW dem Beispiel Hamburgs und Bremens gefolgt ist und für die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen Verträge mit Krankenkassen abgeschlossen hat, starten nun Kommunen erste Schritte zur Umsetzung.

Wie Radio Essen am Mittwoch berichtete, prüfte die Stadt, ob in Zukunft eine eigene Chipkarte an die vor Ort gemeldeten Flüchtlinge ausgegeben werden solle.Bislang sei laut Sozialausschuss noch keine Entscheidung gefallen.

Bisher gilt in Essen noch die Praxis, dass jeder Wunsch nach medizinischer Behandlung eines Asylbewerbers zuvor vom zuständigen Sozialamt begutachtet und genehmigt werden muss.
Durch diese Regelung haben Asylsuchende nur einen eingeschränkten Anspruch auf medizinische Behandlung. Als kritisch ist außer dem die Handhabung zu sehen, dass medizinische Laien in Sozialbehörden über die Notwendigkeit von Medizinleistungen befinden.

Die Stadt Essen kann nun entscheiden, mit welcher gestzlichen Krankenkasse sie kooperieren möchte. Das Land hat mit einigen großen Ersatzkassen, der AOK, der IKK und mit der Knappschaft einen Rahmenvertrag. Für die Kommunen, die das neue Modell anwenden, könnten sich erhebliche Vorteile daraus ergeben, weil sie keine eigenen Verwaltungsangestellten mehr mit dem Fallmanagement beschäftigen müssen. In Hamburg kooperiert die Sozialbehörde erfolgreich mit der AOK und spart dadurch einen Millionenbetrag an Verwaltungsausgaben ein Für die Kosten der Gesundheitsversorgung sind die Kommunen aber weiterhin zuständig.