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Pandemie

Spahn: Corona-App frühestens ab Mai verfügbar

Zweifel und Diskussionen bei Netzpolitikern und Datenschützern
veröffentlicht am 17.04.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Eine App gegen Corona?Eine App gegen Corona?(c) Gerd Altmann / pixabay / CC0
Die so genannte Corona-App zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Virus wird laut Gesundheitsminister Jens Spahn frühestens im Mai zur Verfügung stehen. Es seien „eher vier Wochen als zwei Wochen“ bis es eine App gebe, die alle Anforderungen hinsichtlich Datensicherheit, Datenschutz und vor allem ihren Hauptzweck erfüllt, so Spahn gegenüber dpa.

2020-04-17T17:00:00+00:00
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Für das epidemiologische Konzept der Softwareanwendung solle zuvor geklärt werden, welcher Abstand und welche Kontaktzeit zwischen Menschen für eine warnfunktion maßgeblich sein würde.Das werde derzeit mit den zuständigen Behörden Robert-Koch-Institut (RKI), dem Bundesamt für Datensicherheit (BSI) sowie mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten geklärt.  

Werkzeugkasten für Contact-Tracing-Apps

Die seit Wochen diskutierte Corona-App soll auf Bluetooth-Frequenzen basieren. Ihre Wirkung besteht in der schnellen Information und Benachrichtigung der Nutzer, wenn diese Kontakt zu einem Infizierten hatten. Mehr als zehn europäische Länder bereiten derzeit den Einsatz einer elektronischen mobilen Anwendung gegen Corona vor. Auch die Netzgiganten Apple und Google kündigten eine technische Unterstützung von Corona-Warn-Apps ab Mai an. Die EU-Kommission schlug für die Entwicklung einen gemeinsamen Werkzeugkasten für so genannte „Contact-Tracing-Apps“ vor. Ein gemeinsamer Standard würde eine länderübergreifende Nutzung erleichtern.

Freiwilligkeit mit Fragezeichen

Obwohl die Nutzung der App freiwillig bleiben soll, gibt es nach wie vor Kritik und Bedenken unter Politikern und Datenschützern. So mahnte die SPD-Politikerin Birgit Sippel, dass die elektronische Spurenaufzeichnung zwischenmenschlicher Kontakte ( „Contact Tracing“ ) die Freizügigkeit bedrohen würde.  «Wenn etwa das Recht, das Haus zu verlassen, oder die U-Bahn zu nutzen, an die Nutzung einer App gekoppelt wird, dann können wir nicht mehr von Freiwilligkeit sprechen», so Sippel gegenüber netzpolitik.org .

Panik statt Eindämmung?

Patrick Breyer (MEP) - Piratenpartei Patrick Breyer (MEP) - Piratenpartei(c) www.patrick-breyer.de
Der Europaabgeordnete der Piratenpartei Patrick Breyer äußerte zum einen die Befürchtung, dass die neue App viel zu viele Warnungen produzieren könnte, indem sie „Zehn- oder Hunderttausende von Personen benachrichtigen“ würde, ohne dass diese die Möglichkeit hätten, sich testen zu lassen. Dadurch würde sie eher für „verbreitete Besorgnis oder sogar Panik“ sorgen. Weiterhin gab Breyer zu bedenken, dass zwischenmenschlicher Kontakt nur eines von vielen Infektionsrisiken sei.

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