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Sind Klinikclowns kurzweilige Aufmunterer oder „Joker“ der Gesundung?

24.07.2015

Klinkclowns - Joker der GesundungKrankenhäuser sind wie zu erwarten kein Sammelpunkt von Glückseeligkeit. Für erkrankte Kinder sind Klinikclowns eine willkommene Ablenkung im Laufe des Leidensweges. Endlich wieder Lachen. Helfen die Spaßmacher auch bei der Gesundung von Patienten?

Wirksamkeit der Clownseinsätze püfen

Die „Wirksamkeit der Clownseinsätze“ müsse mit exakten wissenschaftlichen Methoden in einer kontrollierten Studie nachgewiesen werden, sagt Prof. Winfried Barthlen, Direktor der Greifswalder Kinderchirurgie. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald und der Humboldt-Universität Berlin starteten Anfang Juli eine Studie, in der die Effekte der Klinikclowns auf Wohlbefinden und Heilungserfolg bei Kindern untersucht werden. Dazu wurden Fragebögen für die kleinen Patienten, Pfleger, Ärzte und Eltern entwickelt, sagte Prof. Winfried Barthlen. Zudem erfassen die Forscher das "Glückshormon" Oxytocin vor und nach der Clowntherapie im Speichel der Kinder.

Nach Angaben der Stiftung "Humor hilft heilen", des Mediziners und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen, ist die Wirkung des Lachens auf kranke Menschen noch viel zu wenig erforscht und wird zudem unterbewertet. Die Stiftung selbst untersucht zusammen mit einer Brandenburger und einer Stuttgarter Klinik, wie Clowns in Krankenhäusern die Gesundung von älteren Schlaganfallpatienten sowie Herzpatienten fördern.

Sind Kinder nach der Behandlung glücklicher?

Die Pilotstudie mit insgesamt 48 Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren wird zusammen mit den Klinikclowns des Grypsnasen e.V. durchgeführt. Dabei stehen vier zentrale Fragestellungen im Fokus der Untersuchungen: Sind chirurgisch kranke Kinder in der Clownsinterventionsgruppe nach der Behandlung „glücklicher“, das heißt fröhlicher, angstfreier und oxytocinreicher als Kinder in der Kontrollgruppe ohne Clowns? Brauchen die kranken Mädchen und Jungen in der Clownsgruppe weniger und kürzer Schmerzmittel? Sind die Eltern der Kinder nach der Behandlung zufriedener als die Eltern von Kindern in der Kontrollgruppe? Wie wirkt sich die Clownsarbeit auf das ärztliche und pflegerische Personal der kinderchirurgischen Station aus? „Unser Ziel ist, in dieser Ausrichtung einen möglichen Nutzen von fest etablierten Clowns auf Kinderstationen zu untersuchen“, betont Barthlen. „Wir wollen weg von den sporadischen Gastrollen zu einer festen und auch honorierten Teamarbeit.“

Klinikclowns ohne Krankenkassen finanzieren

Eckert von Hirschhausen sprach sich indes gegen eine Finanzierung von Klinikclowns durch Krankenkassen aus. Nach seiner Auffassung würde dann an ihnen genauso gespart werden, wie an Pflege und Therapeuten. „Deshalb ist das ein zweischneidiges Schwert und momentan über Spenden finanziert,“ sagte er der Deutschen Presse-Agentur „dpa“. Vorteil der Clowns sei zurzeit, dass sie außerhalb der Hierarchien stehen, sie seien „Joker“ der Zuwendung und könnten dorthin gehen, wo sie gerade gebraucht werden.

Die Studien-Ergebnisse werden Ende des Jahres erwartet. Ein positives Ergebnis könnte Kliniken anspornen, öfter und regelmäßiger einen Clown zu engagieren.

 

Foto: Dan Race / fotolia.de