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Semesterbeginn auf dem Campus: Was Studenten bei der Krankenversicherung beachten sollten

08.04.2015  Studenten haben viele Dinge im Kopf: Semesterpartys, Wohnungssuche, Vorlesungen und Prüfungen. Sich mit der eigenen Krankenversicherung zu befassen ist dabei für viele neu. Solange die Altersgrenze des 25. Lebensjahres nicht überschritten ist, sind Studierende meist über die Krankenkasse der Eltern familienversichert und müssen sich mit dem Thema nicht auseinandersetzen. Danach ist eine eigene studentische Krankenversicherung notwendig, doch welche ist die richtige?

Altersgrenze 25. Geburtstag zählt

Wer neben dem Studium noch jobben muss oder sich gar nicht über die Eltern versichern  kann (z.B. wenn diese privat versichert sind ), muss sich auch schon vor dem 25. Lebensjahr selbst versichern. In der Studentischen Krankenversicherung (KVdS) ist zusammen mit der ebenfalls nötigen Pflegeversicherung ein Beitrag zwischen 73 und 83 Euro monatlich zu bezahlen. Nach Überschreiten der Altersgrenze gilt dies dann generell.

Ausnahmen für Altersgrenze und Versicherungspflicht  

Ausnahmen gibt es für diejenigen, die einen Wehr- oder zivilen Ersatzdienst geleistet haben. Die Zeit der Familienversicherung wird um die Dauer des geleisteten Dienstes aufgeschlagen.

Für Kinder von Beamten gibt es zusätzliche Regelungen. Für diese lohnt es, sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien zu lassen und sich privat zu versichern, da die Prämie staatlich bezuschusst wird. Grundsätzlich steht es jedem Studenten offen sich von der gesetzlichen Krankenversicherung befreien zu lassen und sich privat zu versichern.

Die Qual der Wahl 

Bei der Wahl einer eigenen Krankenkasse sollte man auch als Student auf die Konditionen achten. Neben unterschiedlichen Beitragssätzen in der studentischen Krankenversicherung ( siehe Liste ) gibt es große Unterschiede in anderen bereichen wie Zusatzleistungen, Reiseschutzimpfungen, Sehhilfen, Zahnersatz oder Naturarzneimittel. Auch beim Service bieten manche Kassen mehr als andere, einige offerieren sogar hier besondere Angebote für Studenten.

 

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Alles auf einen Blick - Infos zu Gesetzlichen Krankenversicherung für Studis

 

Familienversicherung

bis 25 J., eventuelle Verlängerung wenn beispielsweise Wehr- oder Zivildienst geleistet wurde;
über gesetzlich versicherte(n) berufstätigen(n) Ehepartner(in) ohne Altersgrenze;
Einkommensgrenze (Monat): 405 € (ab 1.1.2015; 2014: 395 €) beziehungsweise bei ausschließlichem 450 Euro-Job (seit 1.1.2013): 450 Euro

Zusätzlich gilt, wer nur in den Semesterferien und von vornherein nicht mehr als 2 Monate arbeiten möchte, darf mehr als 405 beziehungsweise 450 Euro verdienen. Dieses gilt dann nicht als regelmäßiges Einkommen. Dennoch ist es ratsam - um auf Nummer sicher zu gehen - sich bei der Krankenkasse der Eltern genauer vor der Aufnahme des Jobs zu informieren.

Studentische Krankenversicherung

bis zum maximal 30. Lebensjahr oder bis zum 14. Fachsemester;

Ein Studium hinauszuzögern um günstig versichert zu bleiben ist somit wenig ratsam. Nach Erreichen der Alters- bzw. Fachsemestergrenze endet die Versicherungspflicht. Danach weiter freiwillig versichert zu bleiben ist jedoch unbedingt ratsam.
Fachsemester zählen nur für einen bestimmten Studiengang, wird dieser gewechselt oder ein zweites Studium begonnen, beginnt die Zählung von vorn. Bei diesen Varianten ist es dann eher wahrscheinlich die Altersgrenze zu erreichen. Wird direkt nach dem Bachelor- ein Masterstudiengang angeschlossen, werden Semester nur addiert, wenn dieser auf den Bachelorabschluss direkt aufbaut, also konsekutiv ist.

Urlaubssemester werden nicht mitgezählt. Während dieser Semester, also über den kompletten Zeitraum der Immatrikulation ist eine Versicherung jedoch Pflicht.

 

Freiwillige Versicherung

ab dem 30. Lebensjahr und nach dem 14. Fachsemester;
günstiger „Examenstarif“ für maximal 6 Monate

Nach dem Überschreiten der Grenze müssen Studierende die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse beantragen. Haben sie kein Einkommen oder nur ein sehr geringes, dann berechnet die Kasse den Beitrag aus einem fiktiven Mindesteinkommen. Ab 2015 beträgt dies 945 Euro im Monat. Hochschüler müssen dann monatlich rund 150 Euro Beitrag zahlen.

Krankenversichert als Student im Ausland

Wer ins Ausland fährt, benötigt zudem eine Auslandsreise-Krankenversicherung. Für einen normalen Urlaub reicht eine Jahrespolice. Für den längeren Aufenthalt im Ausland, etwa bei einem Auslandssemester, sind spezielle Tarife für Einzelreisen nötig.

Verlängerungsgründe

Ausnahmsweise besteht die Möglichkeit, die Grenzen der studentischen Versicherung nach hinten zu verschieben. Dafür ist regelmäßig ein begründeter Antrag erforderlich. Folgende Gründe kommen für eine Verlängerung in Betracht:

- Notwendiges Aufbaustudium im Anschluss an ein Erststudium (Erhöhung der Berufschancen durch ein zweites Studium ist jedoch ungenügend)
-Unter bestimmten Voraussetzungen bei Erlangung der schulischen Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg
-Pflege von kranken oder behinderten Familienangehörigen
-Eigene Krankheit über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten
-Eigene Behinderung (maximale Verlängerung: 7 Semester)-
-Geburt eines Kindes und anschließende Kindesbetreuung (maximale Verlängerung: 6 Semester)
-Freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr
-Wehr- oder Zivildienst
-Mitarbeit in Hochschulgremien

Tipp: Bafög-Empfänger können vom Bafög-Amt einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung bekommen, wenn sie selbst Beiträge für die Krankenversicherung bezahlen.

 

Foto oben: Fotolia.com / kasto