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Schulden bei der Krankenkasse: Rekord-Außenstände von sieben Milliarden Euro

11.09.2017


Immer mehr freiwillig Versicherte Mitglieder der GKV, die als Selbstständige arbeiten, können die Beiträge für die Krankenkasse nicht mehr aufbringen. Die Schuldensumme stieg laut Bundesversicherungsamt im Jahresverlauf bislang um mehr als eine Milliarde Euro. In den letzten vier Jahren haben sie sich verdreifacht. Insgesamt stehen die nicht zahlungsfähigen Versicherten mit über sieben Milliarden Euro bei den Kassen in der Kreide.

Bis zu einem Fünftel geht an die Krankenkasse

Der Anstieg werde zum größten Teil durch Selbstständige mit geringem Einkommen, den so genannten Solo-Selbstständigen, verursacht. Diese haben eine erhebliche Last durch ihre Sozialabgaben, denn es gibt keinen Arbeitgeber, der einen Anteil übernimmt. So müssen sie je nach Krankenkasse und Zusatzbeitrag allein für Kranken- und Pflegeversicherung bis zu 19 Prozent  ihres Gewinns als an die Krankenkasse abführen.  

Die größte Crux für diese Versichertengruppe besteht oft aber darin, dass Ihr monatlicher Krankenkassenbeitrag sich nicht nach dem tatsächlichen Einkommen richtet, sondern nach einer fiktiven festgelegten Größe. Dieses 'fiktive Mindesteinkommen' ist an die Bruttolohnentwicklung angelehnt und daher in den letzten Jahren kräftig angestiegen. Derzeit liegt der Wert bei 2.231 Euro, was einen Mindestbeitrag von ca. 400 Euro ergibt. 

Politik ist gefordert  

Von den Bundestagsparteien fordert bislang einzig die Linkspartei, die Bemessungsgrundlage der kleinen Selbstständigen an die Realität anzupassen und somit zu entlasten. Denn die Schuldenspirale bei der Krankenkasse bedeutet der Verlust der Leistungsansprüche. Zwar darf keinem Schuldner die Mitgliedschaft gekündigt, sehr wohl aber die medizinische Versorgung auf das Nötigste beschränkt werden.

 

Foto: Thorben Wengert / Pixelio.de

 

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