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Patientenrechte

Schmerzhafte Lücke für Versicherte – Bürger Initiative Gesundheit in Liquidation

Verein gab Auflösung bekannt
veröffentlicht am 10.01.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Die DGVP gibt aufBild vergrößernDie DGVP gibt auf
Interessenkonflikte gibt es in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Auch das Gesundheitswesen ist davon betroffen. Wenn Krankenversicherte und Patienten ihre Interessen durchsetzen und damit der Politik etwas entgegensetzen wollten, konnte der BIG e.V. bisher als Sprachrohr dienen. Im Herbst 2016 hat der gemeinnützige Verein bekannt gegeben, dass er sich auflösen wird.

2018-01-10T15:18:00+01:00
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Gründe für die Entscheidung

Ein Beschluss der Mitgliederversammlung des Vereins im September 2016 legte fest, dass er mit Wirkung zum Jahr 2017 liquidiert wird. Die Entscheidung begründete die Initiative mit „der destruktiven Entwicklung des Gesundheitswesens zu Lasten der Qualität der Versorgung/Behandlung/Betreuung der Bürger/Versicherten/Patienten“. Letztlich habe die Einbeziehung des Vereins zu stark nachgelassen. So sei er schließlich weder für Bürger noch für die Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein wichtiger Ansprechpartner gewesen bzw. habe ausreichend Gehör bei diesen Interessengruppen gefunden. Diese Entwicklung habe dazu geführt, dass die Grundlage für das Wirken des Vereins nicht mehr gegeben war.

Warum wurde der Bürger Initiative Gesundheit e.V. gegründet?

Der gemeinnützige Verein, der 1989 gegründet wurde, verstand sich als eine Art Lobby für Patienten und Versicherte. Er setzte sich dafür ein, die Strukturen des Gesundheitssystems fassbarer und transparenter für diese zu gestalten mit dem Ziel des mündigen Patienten. Dies begann beim Einblick in die finanzielle Organisation des Gesundheitssystems in Bezug auf die Krankenkassenbeiträge und reichte bis zu dem Ziel, die medizinische Versorgung der Versicherten in Deutschland zu verbessern. Dabei sollten stets alle beteiligten Parteien einbezogen werden. Neben Bürgern (inklusive alle Berufsgruppen) waren dies Institutionen, Kranken- und Pflegeversicherungen, die Rentenversicherung und der deutsche Staat.

DGVP hinterließ eine Lücke

Der DGVP erlangte durch seine unermüdliche Arbeit politische Beachtung. So wurden dessen Stellungnahmen beispielsweise bei Gesetzesänderungen auf Bundesebene berücksichtigt. Auch für die Medien war er ein wichtiger Ansprechpartner in Bezug auf die Anliegen der Patienten- und Versicherten. Die Auflöung des Vereins hat eine Lücke im Gesundheitswesen hinterlassen. Wirklich unabhängige Gremien und Vertretungen sind keine Selbstverständlichkeit. So wurde 2016 auch die Unabhängige Patientenberatung (UPD) unter das Dach des Dienstleistungskonzerns Sanvartis gestellt, nachdem zuvor die Verbraucherzentralen diese Beratungsstelle betrieben hatten. Die Sanvartis AG betreibt als privates Unternehmen Callcenter für Krankenkassen, was einer wirklich unabhängigen Beratung im Wege steht.


Quelle: http://www.buerger-initiative-gesundheit.de/index.php/Pressemitteilungen.html

 

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