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Rechengrößen der Sozialversicherung für 2016 vorgelegt

09.09.2015

Beitragsbemessungsgrenze 2016 von Bundesarbeitsministerium vorgelegtDas Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat den Referentenentwurf zu den Sozialversicherungsgrößen 2016 vorgelegt. Weil die Löhne zuletzt – um knapp 2,5 Prozent im Westen und  etwa 3,4 Prozent im Osten - gestiegen sind, werden sich auch die Beitragsbemessungsgrenzen erhöhen. Die entsprechende Rechengrößen-Verordnung für 2016 ist zwar noch nicht verabschiedet, der Haufe-Verlag hat aber bereits die Grenzwerte veröffentlicht, die im entsprechenden Entwurf genannt sind. Demnach steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der allgemeinen und knappschaftlichen Rentenversicherung, in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Positve Lohnentwicklung schlägt sich auf Berechnung nieder

Die Werte werden nicht willkürlich, sondern nach klaren, unveränderter gesetzlicher Bestimmungen mittels Verordnung festgelegt. Maßgeblich ist die Entwicklung der Löhne und Gehälter im Vorvorjahr. Auf die Beitragsbemessungsgrenze für 2016 wirkt sich also die Einkommensentwicklung des Jahres 2014 aus. In den alten Ländern bekamen Arbeitnehmer laut dem Referentenentwurf im Schnitt 2,54 Prozent mehr, in den neuen Bundesländern gab es im Schnitt 3,39 Prozent mehr Lohn. Dies wirkt sich wie folgt die die Berechnung der neuen Beitragsbemessungsgrenzen aus:


 

  Beitragsbemessungsgrenze

West pro Monat

Ost pro Monat

West pro Jahr

Ost pro Jahr

Kranken- u.

Pflegeversicherung

 4 237,50 €
 4 237,50 €
 50 850 €
 50 850 €

Jahresarbeits-

entgeltgrenze

 4 687,50 €
 4 687,50 €
 56 250 €
 56 250 €

Arbeitslosen-

versicherung

 6 200 €
 5 400 €
 74 000 €
 64 800 €

allgemeine

Rentenversicherung

 6 200 €
 5 400 €
 74 000 €
 64 800 €

knappschaftliche

Rentenversicherung

 7 650 €
 6 650 €
 91 800 €
 79 800 €

Bezugsgrößein der

Sozialversicherung

 2 905 €
 2 520 €
 34 860 €
 30 240 €

Tabelle: geplante Beitragsbemessungsgrenzen für 2016

Durch die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung werden die Beiträge für die Krankenkassen gedeckelt - Einkommen, die über dieser festgelegten Grenze liegen, werden bei der Beitragsermittlung dementsprechend nicht berücksichtigt. Die Beitragsbemessungsgrenze wird von 4 125 Euro pro Monat (2015) auf 4 237,50 Euro pro Monat (2016) angehoben - das entspricht 50 850 Euro jährlich (49 500 Euro in 2014). Dies gilt ebenso für die Pflegeversicherung. In der Rentenversicherung steigt die Bemessungsgrenze unterschiedlich: Im Osten auf 5 400 Euro monatlich und im Westen auf 6 200 Euro monatlich - damit erhöhen sich gleichsam die Lohnnebenkosten.

Höhe der Zusatzbeiträge mitverantwortlich für Defizit

Trotz einem vorraussichtlich stabilen Beitragssatz von 14,6 Prozent, sollten Versicherte mit steigenden einkommensabhängigen Zusatzbeiträgen der gesetzlichen Krankenkassen für 2016 rechnen, dies teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung bereits mit. Das Bundesministerium für Gesundheit kritisiert, die Kassen hätten ihre Zusatzbeiträge bisher schon zu niedrig angesetzt - durchschnittlich um 0,83 Prozent. Dies zeige auch das im ersten Halbjahr 2015 durch die gesetzlichen Krankenkassen eingefahrene Defizit von knapp 500 Millionen Euro.


Foto: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft IESM  / pixelio.de