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Rauchen im Auto – Gesundheit von Kindern besonders gefährdet

20.08.2015

Rauchverbot im AutoDas Gesetz Großbritanniens, das Rauchen in geschlossenen Fahrzeugen verbietet, sofern Minderjährige mit an Bord sind, liefert neuen Zündstoff für deutsche Raucher. Es steht die Frage im Raum, ob ein ähnliches Gesetz hierzulande sinnvoll ist. Krankenkassen bevorzugen ihrem Spitzenverband zufolge eher Aufklärung.

Die aktuelle Situation

In den meisten Bundesländern Deutschlands besteht bereits ein Rauchverbot für öffentliche Gebäude, Bars und Restaurants. Die Bundesregierung hat das Rauchen in Bundesbehörden und Verkehrsmitteln bereits 2007 verboten. In Folge dessen erlassen Länder eigene Gesetze zum Nichtraucherschutz, die auch das Rauchen in der Gastronomie regeln. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Juli 2008, gleichen sich die Regelungen der einzelnen Bundesländer nun weitestgehend.

Großbritanniens Initiative

Weder der Fahrer noch andere Insassen dürfen ab dem 1. Oktober innerhalb des Autos rauchen, wenn einer der Mitfahrer unter 18 Jahren ist, berichtete die „Süddeutsche Zeitung'“. Wer dennoch im geschlossenen Fahrzeug zur Zigarette greift, dem droht ein Bußgeld von umgerechnet rund 85 Euro. Das Rauchverbot gilt auch bei geöffneten Fenstern, Türen oder wenn das Schiebedach geöffnet ist. Lediglich Cabrios sind von dem Gesetz ausgenommen.

Das britische Gesetz entstand auf Grundlage mehrerer Studien. Kinder und Jugendliche sind durch Passivrauchen besonders gefährdet und in einem Raucherauto sei die Feinstaubbelastung sehr hoch. Forscher der Universität Aberdeen haben Belastungen von durchschnittlich 85 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen – die Spitzenwerte lagen bei 440 Mikrogramm. Das liege deutlich über den von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen 25 Mikrogramm pro Kubikmeter - welche nicht überschritten werden sollten, so die „Süddeutsche“ weiter.

Raucherentwicklung

Zahlen des Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zufolge, ging die Anzahl der Raucher – täglich oder gelegentlich - leicht zurück. Waren es 2009 noch 29,9 Prozent, rauchten 2012 noch 27,6 Prozent. Im Jahr 2003, also weit vor dem gesetzlichen Rauchverbot, gaben 29,2 Prozent der Männer und 21, 9 Prozent der Frauen an zu rauchen.

Die Sicht der Krankenkassen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erklärt: „Neben dem persönlichen Gesundheitsrisiko werden Nichtraucher durch das Passivrauchen belastet und einer Gesundheitsgefährdung ausgesetzt. Die gesetzliche Krankenversicherung fördert daher seit jeher Maßnahmen, die ihre betroffenen Versicherten beim Rauchstopp und der Reduzierung des Zigarettenkonsums unterstützen“, dies hatte die Tageszeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Die Krankenkassen setzten eher auf Aufklärung statt auf Verbote: „Ein Rauchverbot – wie seit einigen Jahren in Restaurants – kann nur durch staatliche Stellen durchgesetzt werden, nicht durch die gesetzliche Krankenversicherung.“ Beim Auto würde es sich zudem um „reine Privatsphäre und nicht um einen quasi öffentlichen Raum“ handeln, so die Tageszeitung weiter. Es sei daher auch eher eine juristische Frage, ob der Staat da mit einem Verbot – selbst wenn es dem Schutz dient - eingreifen darf. Mehrere Staaten, darunter Kanada, Australien und Südafrika haben das Rauchen im Auto bereits verboten, wenn Kinder im Fahrzeug sitzen. Auch in Deutschland war eine derartige Regelung bereits im Gespräch, bislang ohne Ergebnis.


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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de