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PKV-Beiträge steigen wegen Zinstief

02.11.2016


Kein einziger PKV-Anbieter in Deutschland ist noch in der Lage, die für die langfristige Beitragsstabilität erforderlichen Zinsen an den Kapitalmärkten zu erwirtschaften. Laut einem Bericht in der „Berliner Zeitung“ geht das aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei hervor.

3,5 Prozent sind nicht drin

Demnach seien sämtliche der 37 Privatversicherer auf Beitragssteigerungen angewiesen, um das andauernde Zinstief bei den vorgeschriebenen Kapitalrückstellungen ausgleichen zu können.Diese Kapitalverzinsungen sind im PKV-System kalkulatorisch notwendig, um die steigenden Gesundheitskosten der Versicherten auch im Alter tariflich abfedern zu können. Der gesetzlich für die PKV-Gesellschaften vorgeschriebene Rechnungszins beträgt 3,5 Prozent, eine Marge, die in Zeiten der Null- oder Negativzinspolitik utopisch erscheinen muss.

"Geordnete Abschaffung der PKV" gefordert

In der Vergangenheit konnte die geforderte Zinsmarke leicht von den PKV-Anbietern überschritten werden. Seit der Finanzkrise 2008 wurde dies kontinuierlich schwieriger, bis es schließlich für keine einzige Gesellschaft mehr erreichbar scheint. Im Angesichts der systemisch verursachten Strukturprobleme forderte der gesundheitspolitische Sprecher der LINKEN im Bundestag, Harald Weinberg eine „geordnete Abschaffung der privaten Krankenversicherung“. Diese sei für die Versicherten besser als ein struktureller Zusammenbruch, so Weinberg.

Viele PKV-Tarife werden teurer

Im Schnitt steigen die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung zum Jahreswechsel um zweistellige Raten. In der Spitze sind Beitragsanhebungen von mehr als 40 Prozent möglich wie zum Beispiel beim Tarif Vital 900 der Axa. Viele Versicherer erhöhen sowohl im bereich der bestandskunden als auch bei den neu abgeschlossenen Tarifen. Allerdings wird es auch nicht automatisch für alle Versicherten teurer. Für einige der tarfie in beiden Bereichen wurden von einzelnen Versicherern auch Beitragsgarantien ausgesprochen.   

 

Foto: (c) Ronny Richert / pixelio.de