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Pflegereport: Mehrheit der Menschen möchte lieber zu Hause sterben

20.10.2016


Klinikaufenthalte kurz vor dem Tod entsprechen nicht den Wünschen der Menschen und sind in vielen Fällen vermeidbar. Das hat der aktuelle DAK – Pflegereport ergeben.

Drei Viertel aller Menschen in Deutschland beenden ihr Leben in einem Krankenhaus oder einem Pflegeheim. Jeder fünfte stirbt allein. Das entspricht aber in den meisten Fällen nicht ihrem Wunsch. Laut einer Studie der DAK-Gesundheit wollen 94 Prozent der Menschen nicht dort ihre letzten Wochen und Monate verbringen.

Klinikaufenthalte überflüssig und teuer

Um das Thema der individuellen Sterbewünsche zu untersuchen, arbeitete die DAK-Gesundheit für ihren Pflegereport mit einem Sozialforschungsinstitut aus Freiburg zusammen. Laut den Ergebnissen sind viele Krankenhausaufenthalte als letzte Station kurz vor dem Tod nicht nötig, von den Betroffenen unerwünscht und verursachen vermeidbare Kosten. Lediglich zwei Prozent der Befragten gaben an, in einem Pflegeheim sterben zu wollen. Für ein  Krankenhaus als letzten Ort würden sich vier Prozent entscheiden.

"Skepsis gegenüber stationärer Palliativ-Versorgung"

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Menschen, die bereits eigene Angehörige gepflegt haben, auch eher einen Tod zu Hause für sich selbst wünschen. Fast drei Viertel dieser Gruppe gab an, dass die eigene und gewohnte Umgebung das Sterben erträglicher machen würde.

„Diese Ergebnisse lassen eine ausgeprägte Skepsis gegenüber der palliativen Versorgung in Kliniken und Heimen erkennen“, so der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Professor Herbert Rebscher. Die DAK unterstützt häuslich pflegende Angehörige mit der Entwicklung einer App, dem DAK-Pflegeguide. Mit der mobilen Anwendung lassen sich Pflegestufen berechnen und die Pflege besser organisieren.

 

Foto: (c) Maren Beßler / Pixelio.de