Hauptregion der Seite anspringen
Urteile

Patienten nicht verantwortlich für "Schneckenpost" - Klage um Krankengeld erfolgreich

Versicherter erhielt Recht trotz verspäteter Vorlage des Krankenscheins bei der Kasse
veröffentlicht am 19.08.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Postversand beim Krankenschein kann Probleme mit sich bringenPostversand beim Krankenschein kann Probleme mit sich bringen(c) Stefan Bayer / pixelio.de
Versicherte wissen: Der Anspruch auf Krankengeld ist schnell verspielt, wenn der AU-Schein nicht pünktlich und lückenlos die Arbeitsunfähigkeit gegenüber der Krankenkasse nachweist. Was aber, wenn der Krankenschein auf dem Postweg zu lange "bummelt"? Ein Urteil schafft Klarheit.      

2019-08-19T11:14:00+00:00
Werbung

Für Anspruch auf Krankengeld ist eine durchgehende AU-Bescheinigung (Krankenschein) nötigFür Anspruch auf Krankengeld ist eine durchgehende AU-Bescheinigung (Krankenschein) nötig(c) Tim Reckmann / pixelio.de
Am 8. August 2019 entschied das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel zugunsten eines Versicherten. Dieser hatte im Frühjahr 2015 eine AU-Bescheinigung von seinem Hausarzt als Grundlage für den Anspruch auf Krankengeld erhalten. Der Mediziner übergab das Attest aber nicht in die Hände des Patienten, sondern versendete es mit einem Freiumschlag direkt an dessen Krankenkasse. Dort kam der Brief aber erst mit 14-tägiger Verspätung an – genau eine Woche zu viel. Die Krankenkasse bewilligte daraufhin das Krankengeld nicht ab dem ersten Tag der Krankschreibung, sondern erst ab dem Tag, des Posteingangs.

Darufhin klagte der Versicherte seine Krankenkasse auf Zahlung des Krankengelds vom ersten Tag der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit. Ein AU-Bescheinigung muss im Normalfall spätestens nach sieben Tagen bei der Krankenkasse vorliegen. Kommt sie zu spät, haben die Kasse normalerweise das Recht, das Krankengeld erst ab dem Tag des Eingangs der Krankschreibung zu bewilligen.


Infos zu Krankmeldung & Krankenschein


Im vorliegenden Fall mit dem Aktenzeichen B 3 KR 6/18 R entschieden die Richter anders: Wenn der Hausarzt selbst den Krankenschein an die Kasse versendet, kann eine Verspätung nicht dem Versicherten angelastet werden. Die Zahlung des Krankengeldes darf in diesem Fall nicht durch die Krankenkasse verweigert werden.

 

 

 

Weiterführende Artikel:

 

Bewerten Sie uns 4,8 / 5

4301 Besucher haben in den letzten 12 Monaten eine Bewertung abgegeben.

Kategorien