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Pädophile: Krankenkassen sollen vorbeugende Therapie bezahlen

26.10.2016

Männer mit pädophiler Neigung, die sich freiwillig und präventiv in eine Therapie begeben, sollen diese schon bald über die Krankenkasse abrechnen können. Mit der Kostenübernahme für das vorbeugende Betroffenen-Programm „Kein Täter werden“ sollen noch mehr Kinder wirksam vor sexueller Gewalt geschützt werden.

Therapie-Teilnehmer bleiben anonym

Noch in diesem Jahr soll nach dem Willen des CDU-geführten Gesundheitsministeriums die Kostenerstattung für eine vorbeugende Therapie ermöglicht werden. Auf dem Weg dahin gilt es ein Problem zu lösen. Um die potenziellen, aber bislang straf- und anzeigenfreien pädophile Männer zu dem Angebot zu bewegen, wurde Ihnen vollständige Anonymität zugesichert und auch gewährleistet. Diese Herangehensweise lässt sich bislang nicht mit den geltenden Rechtsvorschriften für Krankenkassen vereinbaren. Damit die Kassen auch für einen anonym bleibenden Versicherten die Kosten einer Therapie übernehmen, soll noch in diesem Jahr das Sozialgesetzbuch entsprechend abgeändert werden. Der Bundestag könnte die Änderung schon im November beschließen.

Pädophile Täter für jährlich tausende Missbrauchsfälle verantwortlich

Das Modellprogramm „Kein Täter werden“ existiert seit 2005 an der Berliner Charité – mit beachtlichem Erfolg. Denn immerhin fragten bundesweit bislang über 7000 Männer nach, von denen mehr als 1000 einen Therapieplatz angeboten bekamen. 250 Teilnehmer haben die Therapie bereits durchlaufen und dort unter anderem in Rollenspielen einen präventiven Umgang mit ihren Neigungen erlernt. Entwickelt hat das weltweit einmalige präventive Therapieangebot der Sexualwissenschaftler Klaus M. Beier. 40 Prozent alle Fälle von Kindesmissbrauch werden nach Beiers Schätzungen von seiner Zielgruppe, den pädophil veranlagten Männern, begangen. Die Kriminalstatistik weist jährlich rund 14.000 Fälle von registrierter sexueller Gewalt gegen Kinder aus.

 

Foto: (c) Fotobox / pixelio.de