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NRW: Krankenkassen-Chipkarte für Asylbewerber

02.09.2015

 Nordrhein-Westfalen geht neue Wege bei der Flüchtlingspolitik und bringt nach dem Vorbild von Hamburg und Bremen eine neue Regelung für die gesundheitliche Versorgung von Asylsuchenden auf den Weg. Kommunen in NRW haben ab sofort die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie die Gesundheitsversorgung von Asylbewerbern in Zusammenarbeit mit gesetzlichen Krankenkassen sicher stellen möchten oder ob sie diese Aufgabe weiterhin selbst bewältigen möchten.  

Entlastung für Kommunen

Die Behandlungs- und Verwaltungskosten sollen bei diesem Modell weiterhin die Kommunen tragen. Diese werden von den Krankenkassen abgerechnet und in Rechnung gestellt. Wie sich in anderen Bundesländern gezeigt hat, können die Städte und Gemeinden dabei jedoch erhebliche Summen einparen, weil die Krankenkassen über geeignete Strukturen wie z.B. Software und geschultes Fachpersonal verfügen, um auch mit den größeren Fallzahlen umgehen zu können.   

Kooperation mit sieben Krankenkassen

Bislang hat die Landesregierung Rahmenvereinbarungen mit der Knappschaft, der NOVITAS BKK, der DAK Gesundheit, der Techniker Krankenkasse, der Barmer GEK, der IKK classic  und mit den beiden AOKn des Bundeslandes abgeschlossen. Die Asylsuchenden sollen, wie es bereits in Hamburg oder Bremen praktiziert wird, eine eigene Gesundheitskarte erhalten und damit jederzeit zum Arzt gehen können, ohne wie bisher das Sozialamt vorher aufsuchen zu müssen.Sie können jedoch die Krankenkasse nicht frei wählen, weil aus verwaltungstechnischen Gründen jede Kommune jeweils nur mit einer Krankenkasse zusammenarbeiten soll.  

Reale Verbesserung der Lebensumstände

Die Aushändigung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge und Asylbewerber ist ein deutlicher Schritt zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung dieser Menschen. Denn anders als bislang üblich werden dann nicht mehr medizinische Laien aus den Sozialämtern über die Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung entscheiden, sondern Ärzte und anderes dafür ausgebildetes Fachpersonal.  

 

Bildquelle: Lupo / pixelio.de