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Notfall im Urlaub: Warum eine Reisekrankenversicherung dringend anzuraten ist

08.11.2017

Reisekrankenversicherung im Urlaub

Bei Reisen innerhalb der EU oder in angrenzende Länder sollte der Krankenversicherungsschutz durch SV-Abkommen gesichert sein. Warum der Abschluss einer zusätzlichen Reisekrankenversicherung in jedem Fall ratsam ist, zeigt der Fall einer 12-Jährigen, die im Türkei-Urlaub an einer Magen-Darm-Entzündung erkrankte.

Generell gilt, dass bei einer Notfall-Behandlung im Ausland die deutsche Krankenkasse nur die Kosten für medizinisch notwendige Leistungen übernimmt, die nach dem Krankenversicherungssystem des jeweiligen Landes erbracht werden. Kosten für Behandlungen in Privatkliniken sind in der Regel nicht erstattungsfähig. Dies hat ein Urteil des hessischen Landesgerichts in Darmstadt jüngst bestätigt.


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12-Jährige wurde in türkischer Privatklinik behandelt  

Hintergrund war die Klage einer Mutter, deren 12-jährige Tochter im Türkei-Urlaub aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung stark dehydrierte. Der hoteleigene Arzt veranlasste daraufhin die Einweisung in eine nahe gelegene Privatklinik. Die Kosten für die folgende stationäre Behandlung beliefen sich auf umgerechnet 2.300 Euro. Diese wollte sich die Mutter von der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland erstatten lassen. Dabei berief sich auf das deutsch-türkische Sozialversicherungsabkommen und den vor Reiseantritt ausgestellten Auslandskrankenschein.

Die Krankenkasse leistete dem Erstattungsantrag lediglich in Teilen folge. Statt den 2.300 Euro wurden 370 Euro erstattet. Mit der Begründung, dass nicht mehr Kosten entstanden wären, wenn das Kind in einem öffentlichen Krankenhaus behandelt worden wäre. Die Mehrkosten von knapp 2.000 Euro seien von der Familie zu tragen, die daraufhin Widerspruch einlegte.

Kostenerstattung vom Gericht abgelehnt

Jetzt bestätigte das Hessische Landessozialgericht, dass kein Anspruch auf Erstattung der Kosten bestehe. Auslandskrankenscheine werden für Reisen in Länder ausgestellt, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Innerhalb der EU wurden die Auslandskrankenscheine durch die Europäische Krankenversicherungskarte ersetzt. In beiden Fällen wird der in Deutschland bestehende Krankenversicherungsschutz auf Aufenthalte in den entsprechenden Ländern ausgeweitet. Im Falle des erkrankten Mädchens ist ausschließlich die Behandlung in einem öffentlichen Krankenhaus oder bei einem anderen Sozialversicherungsträger erstattungsfähig.

Reisekrankenversicherung generell sinnvoll

Gerade bei Reisen in Ländern, in denen man der fremden Sprache nicht mächtig ist und sich auf den Rat eines Arztes oder Hotelpersonal verlassen will, ist der Abschluss einer zusätzlichen Reisekrankenversicherung ratsam. Liegt wirklich ein medizinischer Notfall vor, sollte die ärztliche Versorgung oberste Priorität haben. Fragen der Erstattungsfähigkeit in Deutschland sind zweitrangig. Damit der Urlaub keine teuren Kosten zur Folge hat, sollte sich mit der medizinischen Versorgung im Notfall vor Reiseantritt auseinander gesetzt werden.


 

Foto: (c) Fotolia / Riopatuca images

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