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„Nicht egal, wer uns berät“ - Petition gegen Betreiberwechsel der Unabhängigen Patientenberatung UPD

22.07.2015

 Die Unabhängige Patientenberatung in Deutschland (UPD) ist in ihrer jetzigen Arbeit durch eine aktuelle neue Ausschreibung und die bereits erfolgte Vergabe an ein privates Callcenter-Unternehmen gefährdet. Dagegen wendet sich nun eine Petition im Internet, die bereits mehr als 10.000 Menschen unterzeichneten. Bereits vor dieser Entscheidung gab es Widerstand von Selbsthilfeverbänden, Ärzten und der Opposition.

Entscheidung fiel hinter verschlossenen Türen

Die Petition richtet sich an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU). Der Aufruf kritisiert dessen intransparente Vergabe des Zuschlags „hinter verschlossenen Türen“ gemeinsam mit dem GKV Spitzenverband an Sanvartis. Die Krankenkassen, so der Petitionstest,  „wollen also einen angesehenen, gut vernetzten und unverzichtbar gewordenen Kritiker“ loswerden.

Mehr als 80.000 Menschen wenden sich alljährlich mit Beschwerden, konkreten Fragen und juristischen Problemen im Gesundheitswesen an die Unabhängige Patientenberatung (UPD). Von der Auskunft zu Behandlungen, Krankengeld, Kostenerstattungen und Zweitmeinungen bis hin zu Beistand bei Beschwerden oder dem Verdacht auf Behandlungsfehler – seit 2006 bietet diese Beratungsstelle  kostenlose Aufklärung und Beratungen durch Experten sowie professionelle Unterstützung für Patienten und Versicherte.

Neuer Betreiber steht im Dienste von Kassen und Pharmaindustrie

Bislang war es problemlos möglich, die unabhängig arbeitende UPD in einer der bundesweit zwanzig Zweigstellen telefonisch zu erreichen.  Die UPD wurde im Auftrag der Bundesregierung als neutraler „Lotse, Wegweiser und Berater“ geschaffen und soll frei von Interessen der Krankenkassen, der Ärzte oder der Pharmaindustrie arbeiten können.  Wenn nun wie vorgesehen der private Call-Center-Betreiber Sanvartis GmbH den Betrieb übernimmt, ist es fraglich, ob diese so wichtige Neutralität weiter gegeben ist.

Sanvartis hat sich in den vergangenen Jahren zu einem führenden Call-Center-Dienstleister für einzelne Krankenkassen und auch Pharmaunternehmen entwickelt, steht also in erster Linie mit diesen als Auftraggeber unter verpflichtendem Vertrag. Wenn nun ausgerechnet Versicherte dieser Krankenkassen sich vertrauensvoll an eine dritte Stelle wenden möchten und es dann aber mit dem gleichen Call-Center-Unternehmen  zu tun bekommen, das auch schon ihre eigene Kasse vertritt, kann nicht mehr von einer unabhängigen Beratung die Rede sein. Die für die Petition verantwortlichen Patientengruppen wollen die Entscheidung gegen die UPD nicht hinnehmen und betonen: „Uns ist nicht egal, wer uns berät!“.


Bewahren Sie die Unabhängigkeit der Patientenberatung Deutschlands (UPD)>> Link zur Petition