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Neue Kinder-Richtlinie wird von Ärzten noch nicht umgesetzt

05.09.2016 Mit dem 1. September war die neue Kinder-Richtlinie in Kraft getreten, doch wie die „Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) am Freitag berichtete, würde sie von den Ärzten im Praxisbetrieb noch nicht umgesetzt werden. Grund dafür seien ungeklärte Arzthonorare.

Richtlinie zielt auf verbesserte Leistungen

Die Neufassung der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beinhaltet grundlegend überarbeitete Untersuchungsinhalte zum Mukoviszidose-Screening, zu qualitätssichernden Maßnahmen und eine Neugestaltung des Kinderuntersuchungsheftes. Vor allem verbesserte Leistungen im Bereich der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchung, der Dokumentation der Kindesentwicklung und einer umfangreicheren Beratung der Eltern stand auf der Agenda zur Neugestaltung.

Altes Kinderuntersuchungsheft bleibt vorerst im Einsatz

Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärte der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder-und Jugendärzte, Hermann-Josef Kahl, dass Ärzte die festgelegten Leistungen zunächst nicht anbieten werden. Kahl begründete diese Maßnahme mit der fehlenden Einigung zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) über die Arzthonorare für die neuen Leistungen. Wann diese Einigung erfolgt sei nicht vorhersehbar, „das Einzige, was ich weiß, ist, dass das Honorar spätestens ein halbes Jahr nach Inkrafttreten der Richtlinie festgelegt sein muss“, sagte Kahl der Tageszeitung. Bis zur endgültigen Klärung werde weiter mit dem vorhandenen Kinderuntersuchungsheft gearbeitet.
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