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Nach EU-Arzneipreisurteil: Erste Rabatte und Kritik von Apothekern

20.10.2016


Nach der Entscheidung des europäischen Gerichtshofes zur Aufhebung der Preisbindung für Medikamente bei ausländischen Versandapotheken gab es bereits erste Reaktionen. Während Apothekenvertreter Kritik übten, startete DocMorris mit neuen Rabatten.

Sofort-Rabatt auf Bestellungen bei DocMorris

Promt nach der Urteilsverkündung schaltete die niederländische Internetapotheke DocMorris neue Bonusangebote frei. Die spontanen Preisnachlässe für Kunden aus Deutschland bewegten sich immerhin zwischen zwei und zwölf Euro pro Rezept. Chronisch Kranke können, wenn sie dieses Angebot nutzen, bei Internetkäufen erhebliche Einsparungen für ihre Arzneimittelversorgung erzielen. Auf diese für die Versicherten positiven Fakt wiesen Verbraucherschützer hin.

Forderungen nach Versand-Beschränkungen

Unerfreut zeigten sich erwartungsgemäß die deutschen Apotheker und deren Verbände. Diese sehen sich nach der Entscheidung im Wettbewerb benachteiligt, weil für sie die deutschen Fixpreisregelungen weiterhin gelten. Für die Bundesvereinigung der Apothekerverbände handelt es sich bei dem Richterspruch aus Luxemburg um einen nicht zulässigen EU-Eingriff in nationale Politik von Mitgliedsstaaten.
Der Sprecher eines Landesverbandes der Apotheker forderte politische Konsequenzen zum Schutz der Branche. Als Beispiel schlug er vor, den zulässigen Versandhandel wieder auf nicht verschreibungspflichtige Arzneien zu beschränken.

DocMorris selbst sieht die Diskussion gelassen. Bislang werden lediglich drei Prozent der deutschen Medikamentenkäufe im Internet getätigt.

 

Foto: (c) I-vista / pixeli.de