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MDK: Millionenfach falsche Abrechnungen im Klinikbereich

06.05.2013

Laut einem Bericht in der Berliner Zeitung wurden 2012 von Kliniken und Krankenhäusern in Deutschland über eine Million falsche Abrechnungen an die Krankenkassen gestellt. Ungefähr sechs Prozent aller Krankenhausrechnungen wären demnach fehlerbehaftet gewesen. Das sei vom medizinischen Dienst der Krankenkassen ( MDK ) bei Überprüfungen festgestellt worden. Dabei seien 1,5 – 2 Milliarden Euro zu viel in Rechnung gestellt und abgerechnet worden.

Insgesamt sei die Zahl der zu hohen Abrechnungen in den letzten Jahren permanent gestiegen. Die zu hohen Beträge kämen durch unnötig verordnete Behandlungen zustande. Oftmals seien auch Phantasiediagnosen und Scheinbehandlungen im Spiel gewesen.
Besonders pikant ist das Detail der Gewichtsangaben für Frühgeburten. Die Krankenkassen würden für Frühgeburten unter 750 Gramm 15.000 Euro mehr erstatten als für zu früh geborene Baby, die über dieser Marke liegen. Das führe in der Praxis dazu, dass statistisch fünfmal mehr frühgeborene Babys mit diesem Gewicht abgerechnet werden, was medizinisch gesehen stark anzuzweifeln sei.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DGK) wehrte sich gegen die Vorwürfe und ließ verlautbaren, dass die Zahl der angegebenen Fälle zu hoch sei. Vielfach handele es sich statt um Abrechnungsbetrug nur um medizinische Meinungsverschiedenheiten. Ob es sich um eine medizinisch unnötige Behandlung  handelt oder nicht, sei nicht immer vorhersehbar.

Schuld an der hohen Zahl von Fehlabrechnungen sei auch das Fehlen spürbarer Restriktionen. Denn außer einer Rückzahlung zu viel gezahlter Beträge an die Kassen haben Kliniken nichts zu befürchten.

 

 

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