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Matcha: Wie gesund ist das japanische Alltagsgetränk?

veröffentlicht am 21.02.2018 von Redaktion krankenkasseninfo.de

In Japan seit Jahrhunderten getrunken, entwickelt sich Matcha seit einiger Zeit auch in Deutschland zu einem beliebten Getränk. Immer häufiger ist der Pudertee daher auch in deutschen Geschäften zu finden.

2018-02-21T07:31:00+00:00
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Matcha als Wunderwaffe gegen gesundheitliche Leiden

In Japan seit Jahrhunderten getrunken, entwickelt sich Matcha seit einiger Zeit auch in Deutschland zu einem beliebten Getränk. Immer häufiger ist der Pudertee daher auch in deutschen Geschäften zu finden. Doch hat Matcha tatsächlich so viele positive Effekte auf die Gesundheit, wie es angepriesen wird?

Die Teepflanze stammt ursprünglich aus China, wo sie als Heilpflanze eingesetzt wurde. Durch einen Zen-Meister kam sie im 12. Jahrhundert schließlich nach Japan. Dort wurde der Tee anfangs vor allem von buddhistischen Mönchen zu Meditationszwecken getrunken.
Matcha (Japanisch für „gemahlener Tee“) gilt als eine Art Wunderwaffe gegen unterschiedliche Gesundheitsprobleme. So soll er unter anderem die Konzentration fördern, indem er den Geist belebt, und vor Herzerkrankungen sowie Krebs schützen. Bisher durchgeführte Studien konnten seine Superkräfte allerdings nur bedingt und teilweise gar nicht belegen.

 

Studien zur Wirkung von Matcha

Eine japanische Studie* befasst sich mit den Auswirkungen des Matchakonsums auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie es bei Untersuchungen zu diesem Thema häufig ist, wurde hier allerdings die Wirkung von grünem Tee im Allgemeinen untersucht. Im Rahmen der Studie wurde die gesundheitliche Verfassung von 90.914 Erwachsenen zwischen 50 und 69 Jahren über einen Zeitraum von knapp 19 Jahren festgehalten. Dafür führte die Forschungsgruppe Befragungen durch und sammelte die Daten. Das Ergebnis nach 19 Jahren: Im Schnitt starben diejenigen, die häufig grünen Tee zu sich nahmen, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und lebten zudem oft länger. Obwohl einige Faktoren, die zu solchen Krankheiten führen können (zum Beispiel Diabetes und Bluthochdruck), dokumentiert und in die Berechnungen einbezogen wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass andere Faktoren nicht berücksichtigt wurden. Der Schutz vor Erkrankungen dieser Art durch Grüntees konnte somit nicht direkt belegt und kann daher lediglich als Hinweis betrachtet werden.

Während die 2015 veröffentlichte japanische Studie die positiven Auswirkungen auf Herz und Kreislauf eventuell belegt, konnte sie einen Schutz vor Krebserkrankungen nicht nachweisen. Auch eine US-amerikanische Studie* aus dem Jahr 2015, an der 97 Männer mit Vorstufen des Prostatakrebses teilnahmen, kam zu einem ähnlichen Schluss. Ein Jahr lang nahmen hierbei 49 Männer ein Grüntee-Präparat und 48 ein Placebo zu sich. Anschließend wurde die Krebsrate zwischen beiden Gruppen verglichen. Der Unterschied war letztlich nicht groß genug, um einen vermindernden Effekt auf das Tumorwachstum durch die Grüntee-Einnahme belegen zu können.

 

Wertvolle Inhaltsstoffe

Doch warum werden der Teepflanze so viele positive Effekte zugesprochen? Die Erklärung dafür liegt sicherlich in ihren Inhaltsstoffen. Grüne Tees gelten im Allgemeinen als gesundheitsfördernd. Das Besondere am Matcha ist aber, dass bei seiner Herstellung fast das gesamte Teeblatt verwendet (und zu Pulver gemahlen) wird und er somit mehr Substanzen als andere Grüntees enthält.
Die größte Beachtung wird dabei dem Epigallocatechingallat (EGCG) geschenkt. Dieses Antioxidans ist in allen grünen Tees enthalten und in der Lage, ein bestimmtes Protein aufzulösen, das im Gehirn von Alzheimer-Patienten entdeckt wurde. Derartige Eiweißablagerungen sind auch bei Diabetes mellitus und Parkinson relevant. Aus diesem Grund ist die Forschung an dem EGCG eine bedeutende Aufgabe. Laut der damit befassten Forschungsgruppen werde es aber noch lange dauern, ein entsprechendes Medikament zu entwickeln.

 

Leistungssteigerung dank Matcha

Was schon die buddhistischen Mönche wussten, konnte auch wissenschaftlich bestätigt werden: Matcha ist ein wahrer Muntermacher. Der Tee enthält wie andere grüne und schwarze Teesorten Koffein. Im Gegensatz zum im Kaffee enthaltenen Koffein liegt dieses hier in gebundener Form vor, was eine langsamere Entfaltung der belebenden Wirkung verursacht. Die Koffeinaufnahme dauert also länger und die Wirkung hält länger an. Während das Koffein die geistige Leistungsfähigkeit erhöhen kann und wach macht, sorgt das im Tee enthaltene L-Theanin für Entspannung. Das ideale Getränk für einen wachen, aber entspannten Geist also!

 

Fazit

Die bisher durchgeführten Studien konnten kein aussagekräftiges Bild zu positiven gesundheitlichen Effekten von Matcha zeichnen. Zwar liefern kleinere Studien Hinweise darauf, dass Grüntees beispielsweise vorbeugend gegen bestimmte Krebsarten wie Prostata-, Brust- und Leberkrebs wirken können. Doch da es sich dabei zum Großteil um Beobachtungsstudien handelt, ist die Herstellung klarer Zusammenhänge kaum möglich.
Das Antioxidans EGCG kann positive Auswirkungen auf Erkrankungen wie Alzheimer und Diabetes haben. Auch hier besteht allerdings weiterhin Forschungsbedarf.
Zur geistigen Stimulierung ist der Genuss grüner Tees sinnvoll. Genau wie bei Kaffee sollte hierbei aber darauf geachtet werden, keine zu großen Mengen zu sich zu nehmen. Schwangere und stillende Frauen sowie Kinder sollten aufgrund des Koffeingehalts täglich nur kleine Mengen trinken.

Studien:
http://www.annalsofepidemiology.org/article/S1047-2797(15)00096-4/fulltext
https://cancerpreventionresearch.aacrjournals.org/content/8/10/879

 

Bildvorlage: (c) Pixelio.de / Harald Grunsky

 

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