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Krankenkassenbeitrag 2017: Stimmen zur möglichen Anhebung

17.08.2016

Der Krankenkassenbeitrag wird 2017 und auch danach steigen

Grafikvorlage: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

Nach Ansicht von Experten werde sich der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung 2017 in jedem Fall erhöhen. Die Frage wie stark bleibt offen. Neben der CDU/CSU nimmt nun auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) Abstand von den prognostizierten hohen Zahlen. Die Barmer GEK und die Nordrhein-Westfälische Gesundheitsministerin fordern indes eine stärkere Beteiligung der Arbeitgeber an der Finanzierung der Krankenkassen.

2,4 Prozent Zusatzbeitrag bis 2020?

Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren sich seit 2015 unter anderem über einen allgemeinen Beitrag der Arbeitgeber- und Mitglieder von je 7,3 Prozent und einem Zusatzbeitrag, der ausschließlich von den versicherten Mitgliedern getragen werden muss. Dem Gesundheitsökonom der Universität Duisburg-Essen Jürgen Wasem zufolge, könnte sich genau dieser Zusatzbeitrag bis 2020 auf 2,4 Prozent erhöhen. Dies wäre mehr als das zweifache des aktuellen durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 1,1 Prozent. Grund für eine Erhöhung seien Mehrausgaben der Kassen durch die aktuelle Krankenhausreform sowie steigender Arzthonorare und Arzneimittelkosten.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Michalk, kann diese Prognose nicht nachvollziehen. Für sie beruhe diese Berechnung auf allgemeinen Annahmen, während die Entwicklung der Gesundheitsausgaben jedoch von vielen auch kurzfristigen Faktoren abhänge. Spekulationen über eventuell enorme Beitragserhöhungen seien derzeit nicht angebracht und würden nur die Versichertengemeinschaft unnötig verunsichern. Klar sei für Michalk auch: „Eine immer bessere medizinische Versorgung ist nicht zum Nulltarif zu haben."

Die stellvertretende Sprecherin des GKV-Spitzenverband, Ann Marini, sagte dem SWR: „Auch wir gehen von steigenden Zusatzbeiträgen aus. Allerdings sind unsere Prognosen nicht ganz so drastisch. Wir gehen davon aus, dass wir 2019 von einem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 1,8 Prozent reden.“

Gegenfinanzierung durch Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge?

Neben einer Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze für Spitzenverdiener, um höhere Einkommen stärker mit den Sozialabgaben zu belegen, wird eine größere Beteiligung der Arbeitgeber an der Finanzierung der Gesundheitsausgaben diskutiert. Christoph Straub, Chef der Barmer GEK, äußerte sich gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) zum Thema: „Die Finanzierung der solidarischen Krankenversicherung entfernt sich immer mehr vom paritätischen Modell zulasten der Versicherten. Angesichts steigender Leistungsausgaben sollten Arbeitgeber wieder stärker zur Finanzierung herangezogen werden.“

Barbara Steffens, Nordrhein-Westfälische Gesundheitsministerin und Mitglied der Grünen, sieht dies ähnlich: „Wir müssen dringend zurück zu einer solidarischen Finanzierung der Gesundheitsausgaben. Also weg mit der einseitigen Belastung der Versicherten“, sagte sie der WAZ.