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Leistungen

Krankenkassen übernehmen Fettabsaugung bei krankhaftem Lipödem

G-BA bewilligt neue Pflichtleistung für vorerst fünf Jahre
veröffentlicht am 23.09.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Die Krankenkassen übernehmen Kosten für FettabsaugungDie Krankenkassen übernehmen Kosten für Fettabsaugung@pixelio.de / Markus Hein
Eine Fettabsaugung (Liposuktion) ist ein medizinischer Eingriff, bei dem überschüssiges Fettgewebe der äußeren Hautschichten entfernt wird. Fettabsaugung wird als kosmetische Operation bei Übergewicht und Figurproblemen angeboten, kann aber auch in schweren Fällen vom Arzt verordnet werden.

2019-09-23T09:47:00+00:00
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Der Gemeinsame Bundesausschuss aus Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken (G-BA) hat nun beschlossen, in schweren Fällen die OP-Kosten einer medizinischen Fettabsaugung zur Kassenleistung zu machen und die Kosten dafür zu übernehmen.

Eingeschränkte Kostenübernahme für Fettabsaugung

Diese neue Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen soll nur für Patienten mit einer schweren  fortgeschrittenen schweren Stoffwechselstörung, dem so genannten Lipödem, gelten. Bei dieser Krankheit, von der mehrheitlich Frauen betroffen sind, entstehen Fettgewebe an Armen und Beinen, die eine schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit zur Folge haben.
 
Die Krankenkassen sollen die Fettabsaugung dann übernehmen, wenn das dritte Stadium der Krankheit vorliegt und mindestens sechs Monate andere Therapien wie zum Beispiel manuelle Lymphdrainage ohne eine Verbesserung angewendet wurden.

Befristung und wissenschaftliche Begleitung

Die neue Leistung soll ab 2020 gelten und zunächst nur befristet auf fünf Jahre bis 2024 genehmigt werden. In diesem Zeitraum soll eine begleitende wissenschaftliche Studie erstellt werden, um danach auf wissenschaftlich fundierter Basis über eine endgültige Aufnahme als Kassenleistung zu entscheiden.

Hintergründe für die Befristung sind Widerstände innerhalb des G-BA als Reaktion auf die Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).  

 

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