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Krankenkassen: Stundensätze für Haushalthilfen klaffen auseinander

06.05.2015  Wer im Krankheitsfall nicht mehr in der Lage ist, sich oder seine Angehörigen zu versorgen, kann bei der Krankenkasse Geld für eine Haushalthilfe bekommen. Diese GKV-Pflichleistung müssen zwar alle Krankenkassen bei vorliegenden Voraussetzungen gewähren, im Detail gibt es aber gravierende Unterschiede bei der Höhe der Entlohnung. So beträgt die Differenz beim gezahlten Stundensatz bis zu 3,50 Euro zwischen einzelnen Krankenkassen. Dafür hagelte es mittlerweile auch Kritik, wie das Handelsblatt in einem Bericht mitteilte. Denn eigentlich müssten sich die Stundensätze für Haushalthilfen am gesetzlichen Mindestlohn orientieren. Viele Kassen blieben aber deutlich darunter.

Empfehlung des Spitzenverbandes liegt bei 8,75 Euro

Laut dem fünften Sozialgesetzbuch seien die Krankenkassen zu einer Kostenerstattung der Aufwendungen für eine Haushalthilfe in „angemessener Höhe“ verpflichtet. Die Frage, welche Höhe nun angemessen ist, werde von den Krankenkassen sehr unterschiedlich interpretiert. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hätte den Kassen eine Erstattung in Höhe von 8,75 Euro je Stunde empfohlen und sich dabei am gesetzlichen Mindestlohn orientiert. Auch das Bundesarbeitsministerium habe auf eine  Anfrage der LINKEN im Bundestag hin auf das geltende Mindestlohngesetz verwiesen.

AOK zahlt deutlich mehr als manche Ersatzkassen 

Die Krankenkassen würden die Rechtslage sehr unterschiedlich deuten und entsprechend auslegen. Der GKV-Spitzenverband bestätigte indes, dass die Kassen ihre Stundensätze selbst festlegen dürften. So würden laut Handelsblatt die Versicherten der Techniker Krankenkasse nur 5,25 Euro je Stunde für eine Haushalthilfe erstattet bekommen, Versicherte der Barmer GEK bekämen 6 Euro, während die AOKn sich an die Empfehlung von 8,75 Euro halten würden.   

Gesetzlich Versicherte haben nach § 38 SGB V Anspruch auf Haushalthilfe und Kinderbetreuung ( für Kinder bis 12 Jahren ), wenn die eigene Haushaltsführung aus Krankheitsgründen nicht möglich ist und im Haushalt niemand lebt, der diese Tätigkeit übernehmen kann. Die Krankenkassen handhaben nicht nur die Stundensätze für die Kostenerstattung unterschiedlich, sondern teilweise auch die Anspruchsdauer oder die Altersgrenzen bei Kindern.


Haushalthilfe im Krankheitsfall - Welche Kassen bieten mehr? >>> Testergebnisse


 

 

 

Abbildung oben: Helene Souza / Pixelio.de