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Finanzen

Krankenkassen rutschen 2019 ins Minus

Rote Zahlen im dreistelligen Millionenbereich bei AOK, IKK, BKK, Knappschaft und Ersatzkassen
veröffentlicht am 25.02.2020 von Redaktion krankenkasseninfo.de

Bild zum Beitrag Krankenkassen rutschen 2019 ins Minus(c) Harald Wanetschka / pixelio.de
Die gesetzliche Krankenkassen sind bei der Gesamtbilanz im vergangenen Kalenderjahr in die roten Zahlen geruscht. Wie die Ärztezeitung mit Berufung auf die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete, habe das  Defizit in 2019 bei 1,6 Milliarden Euro gelegen. Ein Jahr zuvor konnte die GKV noch einen Überschuss von zwei Milliarden Euro verbuchen.

2020-02-25T12:28:00+00:00
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Die neuen Zahlen wurden auf der Grundlage vorläufiger Erhebungen bei den Verbänden der einzelnen Kassenarten wie AOK, BKK oder IKK veröffentlicht.

Alle Kassenarten betroffen

Laut dieser Angaben mussten die großen Ersatzkassen wie TK, HEK oder Barmer das größte Minus hinnehmen mit einem Fehlbetrag von 859 Millionen Euro. Auch die Innungskrankenkassen, Betriebskrankenkassen, die Knappschaft sowie die AOKn lagen nach einem positiven Abschluss in 2018 erstmals wieder im Minus.

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Die Krankenkassen, unter anderem auch der AOK-Bundesverband, nannten stark angestiegene Leistungsausgaben pro Versichertem als Hauptursache für die negative Bilanz. Diese Größe habe im Vergleich zu den Einnahmen stärker zugenommen. Insbesondere bei Medikamenten und Heilmitteln sei der Anstieg besonders stark gewesen. „Als Resultat spüren die Kassen erheblichen Druck auf die Beiträge, die Versicherten erleben aber noch keine bessere Versorgung“, kommentierte der AOK-Verbandschef Martin Litsch.

Höherer Zusatzbeitrag droht

Weil die Einnahmen langsamer als die Kosten steigen, drohen nun bereits im weiteren Jahresverlauf Anhebungen beim Zusatzbeitrag. Schon zum Jahreswechsel hatten circa zwanzig Krankenkassen den Beitrag erhöht. Aktuell kündigte die R+V BKK einen Anstieg um 0,3 Prozent ab dem Monat März an.  

 

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