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Krankenkassen melden Minus - Flächendeckende Zusatzbeiträge erwartet

16.06.2014

Die Gesetzlichen Krankenkassen sind erstmals seit 2008 wieder in die Roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal 2014 verbuchten sie insgesamt einen Millionenfehlbetrag in dreistelliger Höhe. Allein bei den Ersatzkassen lief ein Negativergebnis von 317 Millionen Euro auf. Lediglich die AOKn konnten sich mit einem Überschuss von 150 Millionen Euro im Plus halten.

Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem von der Uni Duisburg-Essen sieht dafür zwei Hauptursachen. Zum einen nennt er gegenüber der Nordwest-Zeitung den Anstieg der Medikamentenkosten von allein vier Prozent im ersten Quartal. Daran sei die Politik wesentlich beteiligt, weil sie den Zwangsrabatt auf teure patentgeschützte Medikamente abgesenkt habe, so der Professor für Medizinmanagement.  Außerdem seien die Klinikkosten weiter angestiegen und trugen so zu dem hohen Minus bei, vermutet Wasem weiter.

Milliardenminus für 2014 möglich

Besonders besorgniserregend sei, dass die GKV insgesamt mit einem Jahresminus von 1,5 Milliarden Euro rechne und damit nicht mal falsch liege. Die neue Gesundheitsreform bringe da keine Entlastung, weil sie zunächst noch einmal 11 Milliarden weniger Einnahmen für die Kassen bedeutet. Auf dieses Geld aber könnten die Kassen nicht verzichten und müssten es sich über Zusatzbeiträge von den Versicherten holen.

Zusatzbeitrag von 0,8 Prozent erwartet

Als Gesundheitsökonom erwarte er schon ab dem 1. Januar 2015 einen flächendeckenden Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,8 Prozent, so Professor Wasem in der Nordwest-Zeitung. Es gebe zwar noch Rücklagen von 16 Milliarden Euro bei den Kassen, aber bei einzelnen Krankenkassen seien diese Reserven schon gefährlich nahe auf den vorgeschriebenen Mindestbetrag zusammengeschrumpft. Wenn die Krankenkassen aber weiterhin im Minus wirtschaften, so Professor Wasem, seien die Zusatzbeiträge schon deshalb unvermeidlich, weil nicht nur die laufenden Ausgaben gedeckt werden müssen, sondern auch diese gesetzlich festgelegte Mindestreserve aufgefüllt werden muss.

 


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