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Krankenkassen lehnen Kostenübernahme für Cannabistherapie ab

19.04.2017


Die gesetzlichen Krankenkassen wollen die Cannabistherapie trotz Legalisierung und gesetzlicher Verpflichtung nicht ohne weiteres übernehmen. Wie der GKV-Spitzenverband verlautbaren ließ, sei der Mangel an Nachweisen für die medizinische Wirksamkeit der Therapie zu groß. Durch diese Haltung der Krankenkassen werden nun die rechtlichen und bürokratischen Hürden für Schwerkranke die auf Cannabis angewiesen sind, trotz neuer Gesetzeslage nicht abgebaut.

Legalisierung auf dem Papier

Seit Anfang des Jahres kann Cannabis aus Therapiegründen für Schwerkranke und Schmerzpatienten verschrieben werden. Es wurde eine staatliche Cannabis-Agentur geschaffen, die den Import, Anbau und Vertrieb der Heilpflanze regeln soll. Außerdem sollen die Kosten für eine entsprechende Behandlung ab sofort von der Krankenkasse übernommen werden, im Durchschnitt 540 Euro im Monat. Vor der Übernahme muss das Rezept von der Krankenkasse genehmigt werden. Bestehen im Einzelfall Zweifel an der Wirksamkeit einer Cannabis-Therapie können die Krankenkassen beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen ein Gutachten in Auftrag geben. Auf Grundlage des Ergebnisses kann eine Kostenübernahme abgelehnt werden.

Dauerhafte Einigung nicht absehbar

Zunächst hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung eine neue Studie bei der Bundesopiumstelle in Auftrag gegeben, um die Wirkung von Cannabis langfristig zu erforschen. Mit ersten Ergebnissen wird allerdings erst in einigen Jahren gerechnet. Wer bis dahin die Kosten für den medizinischen Gebrauch von Cannabis aufkommen wird, bleibt abzuwarten.

 

 

Foto: Foto: Nicole He / pixelio.de

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