Werbung

Krankenkassen-Fusion: Aus Vaillant BKK wird pronova BKK

15.06.2015

Fusion – Vaillant BKK-Vorstand Manfred Greupner (li.) und pronova BKK-Vorstandschef Lutz Kaiser (re.)Innerhalb knapp eines Jahrzehnts hat sich die Anzahl der Krankenkassen in Deutschland halbiert. Gab es 2007 noch 236 gesetzliche Kassen, sind es heute nur noch 124. Am ersten Juli 2015 könnte es aller Voraussicht nach nur noch 123 Krankenkassen geben, denn dann schließen sich die Vaillant BKK und die pronova BKK zusammen. Die neue Kasse wird unter dem Namen pronova BKK fortgeführt. Nach dem Beschluss der Verwaltungsräte muss jetzt noch das Bundesversicherungsamt als zuständige Aufsichtsbehörde der Fusion zustimmen.

Krankenkassen unter Reformdruck

Das Gesundheitswesen in Deutschland steht, beispielsweise durch angekündigte Reformen der Bundesregierung oder dem immer stärker werdenden Preiswettbewerb, vor einem Wandel. Waren Krankenkassen zu ihrem Beginn Versorgungsunternehmen, sind sie heute marktwirtschaftlich orientierte Dienstleistungsunternehmen. Dieser Wandel des Gesundheitswesens und des Marktes erfordere auch einen Wandel der Krankenkassen, so Vaillant-BKK-Vorstand Manfred Greupner. „Die politischen Regelungen machen es gerade für kleinere Krankenkassen wie unsere nicht leicht.“, so Greupner. Für die Kleineren sei es weit schwieriger, zum Beispiel in Verhandlungen mit Krankenhäusern und Pharmaindustrie Vergünstigungen zu erreichen, weil es an „Masse“ fehle.

 „Für die Versorgung unserer Kunden ist der Zusammenschluss mit dem starken Partner Pronova BKK der konsequente Schritt.“ -Manfred Greupner-

Von dem Zusammenschluss zur fünftgrößten Betriebskrankenkasse in Deutschland mit dann 678 000 Versicherten, 1375 Mitarbeitern und bundesweit 80 Kundenservice- und Beratungsstellen erhofft sich die neue Kasse die Sicherung eines stabilen Finanzniveaus. "Die bevorstehende Fusion trägt mit dazu bei, die laufenden und anstehenden Herausforderungen im Gesundheitssystem zu meistern", glaubt pronova-BKK-Vorstand, Lutz Kaiser.

Diese Herausforderungen bestimme die Politik. Alle derzeitig geplanten Reformvorhaben seien mit Mehrkosten für die Kassen verbunden. Von Kostendämpfung sei keine Rede mehr. Schon in der aktuellen Bilanz mache sich die politische Absicht - angesammeltes Vermögen der gesetzlichen Krankenkassen zu verringern - bemerkbar. Die Pronova BKK schloss das Geschäftsjahr 2014 mit einem Minus von 14,96 Millionen Euro ab - bei einem Volumen von 1,9 Mrd. Euro. Die Vaillant BKK schloss  bei einem Volumen von 141,27 Millionen Euro mit einem Defizit von 3,2 Millionen Euro.

Worauf Versicherte bei der Fusion ihrer Krankenkasse achten sollten

Bei dem Zusammenschluss zweier Krankenkassen könnten individuelle Leistungen einer der beiden Krankenkassen, wie etwa der Service vor Ort, wegfallen. Für die Mitglieder der Kassen soll eine Fusion aber keine Nachteile bringen. Daher wird betroffenen Versicherten empfohlen, die bisherige Kasse zu fragen, ob durch die Fusion Leistungen wegfallen. Wer seine Kasse nach einem Zusammenschluss mit einer anderen kündigen möchte, sollte wissen, dass eine Fusion nicht automatisch ein Krankenkassenwahlrecht auslöst. Es gilt die gleiche Regel wie für jede Kündigung bei einer Krankenkasse.

Was Sie bei der Fusion Ihrer Krankenkasse noch wissen sollten, finden sie hier.

Foto oben: pronova-BKK

 

Infos anfordern

 

 

 zum Testergebnis