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Kopfpauschale statt Einheitsbeitrag: Ärztekammer mit eigenen Reformvorschlägen zum Gesundheitssystem

31.05.2013 Die Bundesärztekammer hat auf dem 116. Ärztetag in Hannover eigene Reformvorschläge für die Zukunft des Gesundheitssystems in Deutschland vorgestellt. Die Ärztekammer möchte die Beitragsautonomie unter den Kassen wieder einführen, jedoch sollen die heutigen einkommensabhängigen Beiträge in Pauschalbeträge umgewandelt werden. Diese sollen nach der Vorstellung der Ärzteschaft innerhalb einer Krankenkasse für alle Mitglieder gleich hoch ausfallen. Weiterhin sprach sich der Präsident der Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, deutlich für ein Fortbestehen der PKV und gegen die rot-rot-grünen Pläne einer Bürgerversicherung aus.

Mit teilweise drastischen Worten kritisierte der Ärztevertreter die Kritik der Kassen an den Ärzten als „Verleumdung“ und malte die Abschaffung der ärztlichen Freiberuflichkeit und die Errichtung eines „Kassenstaates“ an die Wand. Auch die elektronische Gesundheitskarte nannte Montgomery gegenüber Journalisten ein „Machtinstrument im Gerangel zwischen Kassen und Ärzten“.

Der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, Jens Bahs, verteidigte indes gegenüber Journalisten seine Forderung nach Abschaffung der PKV mit dem Argument, diese müsse nicht künstlich am leben erhalten werden, weil die Ärzte Angst hätten, weniger Geld zu verdienen. Die Vorschläge zu einheitlichen Beitragspauschalen hingegen fand der Kassen-Manager „interessant“.     
 
Der Ersatzkassenverband vdek sowie der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte e.V. kritisierten die Ärztepläne. Es sei nicht klug, mit unausgereiften Papieren an die Öffentlichkeit zu treten, hieß es von Seiten des alternativen unabhängigen Ärztevereins.