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Klinikbehandlungen im Ausland: Krankenkassen könnten Milliarden sparen

26.10.2016


Die deutschen Krankenkassen könnten viel Geld einsparen, wenn sie Behandlungen in ausländischen Kliniken übernehmen würden. Denn Krankenhäuser im Ausland können Patienten im Schnitt zu drei Viertel der einheimischen Kosten. Das ist das Ergebnis einer europaweiten Preisvergleichsstudie. Bei der Erhebung im Auftrag des Internetportals junomedical.de wurden mehr als 1000 Kliniken in ganz Europa verglichen.

Personalkosten bei mehr als 50 Milliarden Euro

Dass die Krankenhauskosten einer der wesentlichsten Preistreiber im deutschen Gesundheitssystem sind, ist hinlänglich bekannt. Im vergangenen Jahr beliefen sie sich mittlerweile auf mehr als 80 Milliarden Euro – mehr als 56 Milliarden davon entfielen auf die Personalkosten. Genau hier liegt das entscheidende Einsparpotenzial, sollten die gesetzlichen Krankenkassen eines Tages ausländische Klinikaufenthalte regulär übernehmen.  
Weil die medizinischen Standards sich immer weiter angleichen, könnten Operationen, die nicht im Notfall durchgeführt werden, auch in anderen Ländern erfolgen. Um Anreize für Patienten zu schaffen, könnte ein Bonussystem für Auslandsbehandlungen eingerichtet werden, wo ein Teil der eingesparten Behandlungskosten an die Versicherten ausgeschüttet wird.

Zur Hüft-OP ins Ausland

Bislang reisen deutsche Versicherte vor allem dann für medizinische Behandlungen ins Ausland, wenn es sich dabei um IgeL-Leistungen, also privat finanzierte Behandlungen handelt. Dies ist bei Schönheitsoperationen oder auch bei vielen Zahnersatzbehandlungen der Fall. Sollte hier die Gesundheitspolitik neue Impulse setzen, könnte in Zukunft auch eine Hüft-OP oder eine Kniegelenksoperation im Ausland völlig selbstverständlich sein.

 

Foto: (c) www.jenafoto24.de / pixelio.de