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Familien

Kinderbetreuung: Berufstätige Eltern wünschen mehr Hilfe von Staat und Arbeitgebern

Onlineumfrage der IKK Classic zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
veröffentlicht am 07.05.2019 von Redaktion krankenkasseninfo.de

(c) Helene Souza / pixelio.de
Zuschüsse zu den Betreuungskosten, flexible Arbeitszeiten und Mittagessenangebote an Schulen stehen bundesweit bei Eltern ganz oben auf der politischen Wunschliste. Das ergab eine repräsentative Bevölkerungs-Befragung der IKK classic mit 1000 Teilnehmern im Alter von 20 bis 50 Jahren.

 

2019-05-07T10:15:00+00:00
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Elternzeit ist in Deutschland immer noch mehrheitlich Frauensache. Das ergab eine repräsentative Onlinebefragung im Auftrag der IKK Classic. Demnach entscheiden sich acht von zehn berufstätigen Müttern für eine Auszeit. Bei den Vätern sind es nur vier von zehn. Die Vorstellungen von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen sind bei Müttern und Vätern hingegen nahezu gleich. Die meisten wünschen sich vom Arbeitgeber flexible Arbeitszeitmodelle sowie Zuschüsse für die Betreuungskosten.

Berufliche Nachteile durch Elternzeit befürchtet

Jedem berufstätigen Elternteil stehen laut Gesetz bis zu drei Jahren Elternzeit für jedes Kind zu. Trotzdem fürchten viele berufliche Nachteile, wenn sie die Familienauszeit in Anspruch nehmen. Nur vier von zehn Arbeitnehmern halten die Elternzeit für beide Geschlechter für vollkommen unproblematisch. Ein Viertel betrachtet sie als hinderlich für die Karriere, jeder Dritte empfindet die damit verbundene finanzielle Belastung als kaum tragbar. Frauen entscheiden sich zu 80 Prozent dennoch dafür. Ihre Auszeit dauert durchschnittlich 17,5 Monate und damit knapp doppelt so lang wie die der Väter, von denen mehr als die Hälfte (57 Prozent) gar nicht in Elternzeit geht.

Jeder zweite wünscht Arbeitgeber-Zuschuss zu Betreuungskosten

Demnach wünschen sich Eltern deutlich mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung – sowohl von den Arbeitgebern als auch vom Staat. Für mehr als die Hälfte ist ein Mittagessenangebot an Schulen sehr wichtig, eine kostenlose Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe und den Ausbau von Ganztagsangeboten finden vier von zehn Befragten hilfreich.

Auch bei der Gestaltung der beruflichen Rahmenbedingungen sehen viele Verbesserungspotenzial. 50 Prozent wünschen sich einen Arbeitgeber-Zuschuss zu den Betreuungskosten, 40 Prozent flexiblere Arbeitszeiten. „Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein familienfreundliches Arbeitsumfeld immer wichtiger. An diesen Erwartungen müssen sich auch die Unternehmen orientieren. Bei uns gibt es beispielsweise keine unternehmensweite Kernzeit, sondern flexible Gleitzeitmodelle und Teilzeitregelungen“, so die Gleichstellungsbeauftragte der IKK classic Sabine Schonlau.

Große Unterschiede bei Arbeitgebern 

Nach den Ergebnissen der Studie erleben Eltern ihre berufliche Umgebung momentan sehr unterschiedlich. So sind für ein Drittel der Befragten Teilzeitregelungen bereits Realität, ebenso viele sehen hier Handlungsbedarf. Ein Viertel hält die Rückkehr von einer Teil- in eine Vollzeitstelle für problemlos machbar, ein Drittel ist in diesem Punkt skeptisch. 25 Prozent bezeichnen ihre Firma als kinderfreundlich, für 30 Prozent trifft das eher nicht zu. Gut jeder zehnte Arbeitgeber stellt bereits kurzfristige Betreuungsangebote für Kinder zur Verfügung, rund 40 Prozent würden sich dies von dem eigenen Unternehmen wünschen.

Wie familienreundlich ist meine Firma? Umfrageergebnisse zeigen breite SpanneWie familienreundlich ist meine Firma? Umfrageergebnisse zeigen breite Spanne

Die Ergebnisse sind Teil einer repräsentativen Online-Befragung zum Thema „Kinderwunsch und Kinderbetreuung“, die im Februar 2019 im Auftrag der IKK classic durchgeführt wurde. 1000 Bundesbürger im Alter von 20 bis 50 Jahren wurden durch das Marktforschungsinstitut Toluno befragt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

 

Ergebnis der IKK classic im aktuellen Krankenkassentest

IKK classic

- Kassenprofil, Testergebnisse und Informationen

 

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